• Autor: Adam Hušek
Obwohl die Hardware-Sparte des Internetgiganten Google eher für ihre Google-Pixel-Telefone bekannt ist, bringt die Marke seit mehreren Jahren auch eigene Kopfhörer heraus. So wurden auf der jüngsten Made by Google-Veranstaltung neben den neuen Pixel-10-Telefonen und der Pixel Watch 4 auch die zweite Generation der leichteren Kopfhörer Google Pixel Buds A vorgestellt. Die Neuheit versucht zu glänzen mit aktiver Geräuschunterdrückung, IP54-Zertifizierung sowie der Integration mit dem beliebten KI-Assistenten Gemini. Was bieten die neuen Pixel Buds 2a alles?
Pixel Buds 2a orientieren sich im Design eher am Premium-Modell als an den ursprünglichen Buds A. Eine Revolution blieb jedoch aus, denn die Ohrhörer sind weiterhin In-Ear-Typ und haben sogar die typische „Flosse“ zur besseren Fixierung im Ohr beibehalten. Pixel Buds 2a sind zwar etwas leichter geworden, von ehemals 5,1 g auf 4,7 g, und auch die Form der Halteflosse hat sich leicht verändert. Im Ohr wirken sie jedoch wahrscheinlich durch die runde Touchfläche mit Logo nahezu identisch.
Auch das Ladeetui mit LED-Anzeige hat die charakteristische „Kieselsteinform“ behalten. Interessant ist außerdem, dass es keine deutlichen Unterscheidungsmerkmale zum teureren Modell Pixel Buds 2 Pro gibt. Unterschiede bestehen nur in einer leicht veränderten Farbgestaltung und angeblich höherem Anteil recycelter Materialien.
Eine erfreuliche Verbesserung zeigt sich bei der Widerstandsfähigkeit. Die Vorgängergeneration war nur mit IPx4 zertifiziert, während die neuen Google Pixel Buds 2a die Schutzklasse IP54 erhalten haben. Das bedeutet Schutz gegen Staub und Spritzwasser. Schweiß beim Training oder leichter Regen sollten somit kein Problem darstellen.
Zu beachten ist jedoch, dass die Widerstandsfähigkeit nur für die Ohrhörer gilt, nicht für das Etui. Die Ohrhörer sind in zwei Farbvarianten erhältlich – dunkelgrün bis schwarz (Hazel) und violett (Iris).
Die Pixel Buds 2a sind selbstverständlich mit der neuesten Konnektivität ausgestattet, nämlich Bluetooth 5.4, das sich durch effizienteren Energieverbrauch und stabilere Verbindung auszeichnet.
Da es sich um ein Google-Gerät handelt, wäre es ungewöhnlich, wenn der Hersteller darauf nicht seine besten Technologien präsentieren würde. Aus diesem Grund unterstützen die Pixel Buds 2a Google Fast Pair, womit sie sich problemlos und schnell mit Google-Pixel-Smartphones über ein Pop-up-Fenster verbinden sollen. Auch die Unterstützung für Multi-Device-Verbindungen mittels Multipoint ist vorhanden, wodurch sich leicht zwischen den einzelnen Abspielgeräten wechseln lässt.
Wie heute üblich, erlaubt auch die App die Suche über Find My Device. Im Unterschied zum älteren Modell fehlt jedoch ein Lautsprecher im Ladeetui, wodurch dieses beispielsweise zwischen Sofakissen schwerer auffindbar ist.
Die größte Verbesserung und zugleich das Hauptargument der neuen Google Pixel Buds 2a ist zweifellos die Unterstützung von aktiver Geräuschunterdrückung, erstmals in der „A“-Reihe. Dies wird durch den hauseigenen Tensor-A1-Prozessor ermöglicht, der den Algorithmus Silent Seal 1.5 beherbergt. Dieser ist zwar nicht so leistungsstark wie der Silent Seal 2 der teureren Buds 2 Pro, soll jedoch die Qualität der Geräuschisolierung gegenüber dem ursprünglichen Silent Seal übertreffen, das in den ersten Premium-Pixel-Buds Pro zum Einsatz kam.
Einen kleinen Unterschied gegenüber der teureren Variante gibt es auch bei den Mikrofonen: Die Pixel Buds 2a verfügen nur über zwei statt drei Mikrofone. Daher erkennen sie nicht, wenn Sie gerade sprechen, und schalten nicht automatisch in den Transparenzmodus.
Beim Klang sollen sie sich jedoch mit der „Pro“-Variante messen können, da beide über einen feinabgestimmten Sound und 11-mm-Treiber verfügen. Für ein ungestörtes Musikerlebnis sorgen neben ANC- und Transparenzmodus auch der adaptive Klangmodus, der die Lautstärke „intelligent an Ihre Umgebung anpasst“. Dadurch bleibt das Hörerlebnis konsistent, wenn Sie von einer leisen in eine lautere Umgebung wechseln. Übrigens haben auch die ursprünglichen Pixel Buds Pro per Update diesen Modus erhalten, deren Preis nach der Einführung der Pixel Buds Pro 2 vermutlich sinken wird.
Erwähnenswert sind auch weitere Technologien für eine angenehmere Nutzung, wie Clear Calling für klarere und präzisere Sprachqualität beim Telefonieren. Die Ohrhörer verfügen zudem über einen Infrarotsensor, der erkennt, ob Sie die Ohrhörer tragen. Auf dieser Basis wird die Musik beim Absetzen automatisch gestoppt.
Für realistischeren Klang unterstützen die Buds 2a auch räumliches Stereosound, der jedoch (anders als bei den Buds Pro 2) nicht die Kopfposition erfasst und sich daran anpasst, „wohin Sie schauen“. Außerdem steht die Google-Pixel-Buds-App zur Verfügung, in der Sie mit einem 5-Band-Equalizer den Klang nach Ihren Vorlieben anpassen oder zwischen den Modi wechseln können.
In letzter Zeit ist eine zunehmende Integration des smarten Assistenten Gemini in verschiedene Wearables zu beobachten. Kürzlich waren es etwa Uhren von Samsung oder Google, die sogenanntes „Gemini am Handgelenk“ unterstützten. Daher überrascht es nicht, dass Google auch bei seinen Ohrhörern auf den Assistenten setzt und Hands-free Gemini anbietet, das sich per Sprachbefehl aktivieren lässt, sobald Sie die Ohrhörer tragen.
In der Praxis soll es so funktionieren, dass Sie bei verbundenem Smartphone und Internetzugang Gemini Live (im Konversationsmodus) verschiedene Fragen stellen können, etwa die Zusammenfassung aktueller E-Mails (aus Gmail) oder das Erstellen einer Musik-Playlist.
Auch die Akkulaufzeit wurde verbessert: Sie bietet solide 7 Stunden mit eingeschaltetem ANC und mithilfe des Ladeetuis weitere 20 Stunden. Für die „leichte“ Version ist das eine sehr gute Leistung. Die vollwertigen Pixel Buds 2 Pro bieten nur eine Stunde mehr pro Ohrhörer und mit dem Etui (das entsprechend größer ist) bis zu 30 Stunden.
Beim Aufladen des Etuis sind wir jedoch ausschließlich auf den USB-C-Anschluss an der Unterseite angewiesen, da kabelloses Laden weiterhin der teureren Variante vorbehalten bleibt. Das ist bedauerlich, da in derselben Preisklasse derzeit einige Ohrhörer kabelloses Laden unterstützen ( BOSE QuietComfort Earbuds ). Andererseits ist es nachvollziehbar, dass Google bestimmte Features für die „Pro“-Version reserviert hat – und ANC war diese Entscheidung wohl wert.
Ein interessantes Detail, das zwar nicht kommentiert, aber auf den offiziellen Bildern deutlich erkennbar ist, betrifft die Austauschbarkeit der Batterie. Im Sinne von Nachhaltigkeit und längerer Lebensdauer scheint es möglich zu sein, die Batterie im Etui durch Abnehmen der Abdeckung, Aufschrauben und Herausziehen des „Schlittens“ mit der Batterie zu wechseln.
Und mit welchem Preis ist zu rechnen? Der Preis der Google Pixel Buds 2a wurde mit 129 US-Dollar angegeben, bei uns sollen sie für etwa 149 EUR erscheinen. Auffällig ist allerdings die Verfügbarkeit: Obwohl sie zusammen mit der neuen Generation der Google-Pixel-Smartphones und den Pixel-Watch-Smartwatches vorgestellt wurden, die bereits nach und nach im Handel auftauchen, sollen die Ohrhörer erst Anfang Oktober in den Verkauf gehen. Momentan sind sie nur vorbestellbar.
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Die Google Pixel Buds 2a kommen mit ANC, das es bislang in dieser Google-Kategorie nicht gab. Sie punkten mit größerer Akkukapazität und IP54-Zertifizierung, einzig kabelloses Laden fehlt noch. Auf den ersten Blick machen die neuen Pixel Buds 2a einen guten Eindruck, auf den Marktstart müssen wir jedoch bis Oktober 2025 warten.