Canon hat kürzlich die neue spiegellose Kamera Canon EOS R50 V vorgestellt, die das Angebot an Kameras mit Canon EOS R Bajonett und kleinerem APS-C-Sensor erweitert. Die Frage ist jedoch, inwieweit es sich dabei noch um eine Kamera handelt, da das Gerät stark an die Bedürfnisse von Youtubern und Videoaufnahmen angepasst ist, bis zu dem Punkt, an dem man fast sagen möchte, dass es sich eigentlich schon eher um eine Kreuzung aus Foto- und Videokamera handelt. Das bedeutet aber nicht, dass sie sich nicht zum Fotografieren eignet, denn auch dafür hat sie viel zu bieten und ist daher idealer für diejenigen, die sich sowohl der Fotografie als auch dem Videodreh widmen.
Das Gehäuse der Canon EOS R50 V ist so klein, wie es angesichts des Sensorformats und des Bajonetts nur geht. In der Höhe ist es nur wenige Millimeter größer als das Bajonett selbst. In der Breite ist es natürlich deutlich mehr, aber man kann immer noch sagen, dass es sich um ein buchstäblich handliches Gerät handelt, dessen Größe an die sprichwörtliche Seifenbox erinnert. Überraschenderweise haben die kleinen Abmessungen aber keinen allzu negativen Einfluss auf die Ergonomie – viele ähnliche Kameras sind schon durch meine Hände gegangen, aber ich muss sagen, dass sie in der Kategorie so kleiner Geräte eine der besten Ergonomien hat. Dank des relativ massiven Griffs für die rechte Hand lässt sie sich auch mit einer sehr großen Hand überraschend gut halten.
Nicht nur die geringen Abmessungen sind ein Vorteil der Canon EOS R50 V, sie verfügt auch über ein geringes Gewicht (ca. 370 Gramm inklusive Akku und Speicherkarte), und das, obwohl ihr Gehäuse aus Metall ist. Streng genommen spürt man das heute kaum noch, aber der Hersteller gibt an, dass es teilweise aus der üblichen Magnesiumlegierung und teilweise aus weniger üblichen Aluminiumteilen besteht. Selbstverständlich ist auch das Bajonett aus Metall, ebenso wie der Zubehörschuh für externe Systemblitze (oder Mikrofone und anderes Zubehör), die Ösen für den Gurt und auch die Stativgewinde. Ja, Sie hören richtig, ich habe den Plural verwendet, denn es gibt hier tatsächlich zwei Stativgewinde, um das Fotografieren oder Filmen im Hochformat zu vereinfachen – eine tolle Idee, die sicherlich jemandem helfen wird und die ich bisher bei keiner Konkurrenz gesehen habe. Noch wichtiger ist aber die Tatsache, dass diese Kamera neben der guten Ergonomie und der robusten Metallausführung auch eine deklarierte Witterungsbeständigkeit aufweist.
Ein weniger angenehmer Fakt ist dagegen, dass die spiegellose Kamera Canon EOS R50 V keinen eigenen Sucher hat und man sich somit ausschließlich auf den LCD-Monitor verlassen muss, der aber ein Touchscreen ist und über ein drehbares Gelenk verfügt, sodass er sich in nahezu jede Position einstellen lässt, inklusive Drehung nach vorne, für das Fotografieren der immer beliebteren Selfies oder beim Filmen, wenn man selbst vor dem Objektiv steht und die Aufnahme und ihre Komposition kontrollieren muss. Der LCD selbst ist zwar kein Superwunder, aber definitiv auch nicht schlecht – mit einer Diagonale von 7,5 cm und einer Auflösung von etwas über 1 Mpx ist er in dieser Kategorie einfach ein üblicher Standard.
In Bezug auf die Bedienung ist alles weitgehend nach Gewohnheit angeordnet und die meisten Bedienelemente befinden sich dort, wo man sie unbewusst erwarten würde. Dennoch gibt es hier einige interessante Details, die meist für Videozwecke bestimmt sind und die es definitiv wert sind, erwähnt zu werden. Zum einen gibt es neben dem Auslöser einen Zoomhebel, mit dem der Zoom bei Objektiven vom Typ Z und PZ gesteuert werden kann. Auf der gegenüberliegenden Seite oben an der Ecke der Vorder- und Oberseite befindet sich eine deutlich rot leuchtende LED-Kontrollleuchte, die anzeigt, dass eine Videoaufnahme oder ein Live-Stream läuft. Die Kontrollleuchte ist dabei gut platziert, sodass sie, wenn sie leuchtet, von hinten und von vorne sichtbar ist.
Ein weiteres interessantes Detail in Bezug auf die Bedienung ist der zweite Auslöser, der sich vorne befindet und von vorne betrachtet rechts unten zu finden ist. Er ist genauso groß wie der klassische Hauptauslöser unter dem Ringfinger der rechten Hand, beide sind rundherum mit einem roten Kreis gekennzeichnet, aber dieser vorne trägt zusätzlich die Aufschrift REC. Damit zeigt er uns quasi an, dass er ausschließlich für Video gedacht ist und nur dann aktiv ist, wenn die Kamera mit dem Hauptwahlrad auf einen der Videomodi eingestellt ist. Wenn das Gerät auf den Fotomodus eingestellt ist, macht dieser Auslöser beim Drücken nichts, und das lässt sich auch nicht ändern, obwohl die Anpassungsmöglichkeiten einiger Bedienelemente hier recht umfangreich sind. Vielleicht wäre es für jemanden nützlich, wenn er auch zum Fotografieren funktionieren würde, aber die Zeit wird es zeigen, und vielleicht kommt das mit einer neuen Firmware, oder vielleicht auch nicht, denn es stimmt, dass ich mir im Moment noch nicht viele Situationen vorstellen kann, in denen es wirklich praktisch wäre.
Ebenso interessant ist die neue separate Taste mit der Bezeichnung LIVE, mit der Sie mit einem einzigen Tastendruck einen Live-Stream starten können. Die Nutzung neuer Kameras für diesen Zweck wird heutzutage ebenfalls immer häufiger, und deshalb ist es großartig, dass der Hersteller auch daran gedacht und das Gerät mit diesem neuen separaten Bedienelement ausgestattet hat.
| Parameter | Canon EOS R50 V | Canon EOS R50 |
|---|---|---|
| Bildsensor | APS-C (DX), CMOS 24,2 Mpx | APS-C (DX), CMOS 24,2 Mpx |
| Seitenverhältnis | 3 : 2 | 3 : 2 |
| Bajonett | Canon RF | Canon RF |
| Bildprozessor | DIGIC X | DIGIC X |
| ISO-Empfindlichkeitsbereich | ISO 100–32 000 (51 200) | ISO 100–32 000 (51 200) |
| Sensorstabilisierung | ✕ | ✕ |
| Sensorreinigung | ✕ | ✕ |
| Autofokus | Dual Pixel CMOS AF II. / 4 503 Punkte | Dual Pixel CMOS AF II. / 4 503 Punkte |
| AF-Empfindlichkeit | -5 bis +20 EV | - 4 bis +20 EV |
| Verschluss | 30–1/4 000 (1/8 000) s | 30–1/4 000 (1/8 000) s |
| Serienbildgeschwindigkeit | 12 / 15 fps | 12 / 15 fps |
| LCD-Monitor | Touchscreen 3" (7,5 cm) / ca. 1 Mpx | Touchscreen 2,95" (7,5 cm) / ca. 1 Mpx |
| Sucher | ✕ | OLED / 2,36 Mpx |
| Video | 4K – 60p / Full HD – 120p | 4K – 30p / Full HD – 120p |
| Kabellose Schnittstellen | WiFi ac 5 GHz und Bluetooth 5.1 | WiFi n 2,4 GHz und Bluetooth 4.2 |
| Kabelgebundene Schnittstellen | USB-C 3.2, micro HDMI, Mikrofon, Kopfhörer | USB-C 2.0, micro HDMI, Mikrofon |
| Speicherkarten | 1× SD/SDHC/SDXC UHS-II | 1× SD/SDHC/SDXC UHS-I |
| Integrierter Blitz | ✕ | ✓ |
| Witterungsbeständigkeit | ✓ | ✕ |
| Farbvarianten | Schwarz | Schwarz / Weiß |
| Abmessungen | ca. 119 × 74 × 45 mm | ca. 116 × 86 × 69 mm |
| Gehäusegewicht | ca. 370 g (inkl. Akku und Karte) | ca. 328 g (inkl. Akku und Karte) |
| Preis am 3. 5. 2025 | ab 799 € | ab 759 € |
Als Bildsensor dient ein CMOS-Sensor im APS-C-Format mit einer Auflösung von 24 Mpx, der aber leider nicht mit einer eigenen optischen IBIS-Stabilisierung und somit auch keiner automatischen Sensorreinigung ausgestattet ist (bei Videoaufnahmen verfügt er jedoch über eine elektronische Stabilisierung). Anwender müssen sich bei schlechteren Lichtverhältnissen auf die Stabilisierung im Objektiv (falls vorhanden) und bei der Reinigung auf Blasebalg und Pinsel verlassen. Andererseits muss aber gesagt werden, dass der verwendete Sensor in Zusammenarbeit mit dem neuesten Bildprozessor DIGIC X eine hervorragende Arbeit in Form von erstklassiger Ausgabequalität leistet, sowohl bei Fotos als auch bei Videos.
Man könnte zwar meinen, dass der verwendete Chip derselbe ist wie bei ähnlichen älteren Kameras, aber rein subjektiv würde ich sagen, dass er wirklich bessere Ergebnisse erzielt, und ob das daran liegt, dass auf ihm ein Upgrade stattgefunden hat oder ob es an neueren Firmware-Algorithmen liegt, ist im Ergebnis wohl egal. Die Fotos behalten minimales Rauschen auch bei sehr hohen ISO-Empfindlichkeiten bei und behalten ebenso Farbtreue, Dynamikbereich bei, und auch der Verlust von Zeichenungsdetails ist mit zunehmender Empfindlichkeit minimal. Das Gleiche gilt auch für Video, und so zeigt sich wieder, dass Chips im APS-C-Format definitiv noch nicht das letzte Wort gesprochen haben.
Sie können Videos in einer Auflösung von 4K/60p aufnehmen, und das ohne Crop, sodass Sie die gesamte Sensorfläche nutzen. Wenn Sie sich mit Video in Full HD Auflösung zufrieden geben, ist dies mit bis zu 120p verfügbar, sodass es perfekt flüssig ist oder Ihnen erlaubt, ausgiebig mit Zeitlupen zu spielen. Es fehlt auch nicht an einer ganzen Palette verfügbarer Codecs, einschließlich 10-Bit 4:2:2 und Unterstützung für Canon Log 3. Aus dem aufgenommenen 4K UHD Video ist es dann möglich, Fotos im JPEG-Format mit einer Auflösung von 8,3 Mpx zu erstellen. Der Vollständigkeit halber sei noch hinzugefügt, dass die aufgenommenen Videos mit dem eingebauten und recht empfindlichen Stereomikrofon vertont sind.
Die Kamera Canon EOS R50 V verfügt in ihrer Ausstattung auch über ein sehr fortschrittliches System des automatischen Autofokus mit Dual Pixel AF Technologie, das beim praktischen Fotografieren wirklich erstklassig funktioniert. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, die fotografierten Objekte zu definieren, wie z.B. die Fokuspriorität auf Personen, Tiere oder Fahrzeuge. Im Falle von Personen fehlt auch nicht die Möglichkeit, den Fokus auf bestimmte Personen einzustellen, die Sie anhand eines Fotos definieren. Absolut großartig ist dann das System zur Verfolgung des fotografierten Objekts, und das auch bei seiner schnelleren Bewegung, oder umgekehrt bei Bewegung der Kamera. Das zu verfolgende Objekt können Sie auch einfach durch Antippen auf dem LCD-Monitor bestimmen. Dies sind keine Marketingaussagen, sondern es funktioniert in der Praxis wirklich sehr gut und ich habe wieder den Eindruck, dass es mit jeder neuen Canon Kamera immer noch ein bisschen besser funktioniert.
Zum Lieferumfang der Canon EOS R50 V Kamera gehört selbstverständlich auch der Lithium-Ionen-Akku Canon LP-E17, der auch in einer Reihe älterer Kameras verwendet wurde und auch hier gute Arbeit leistet, denn mit einer Ladung können Sie etwa 480 Aufnahmen machen, was eine sehr ordentliche Akkulaufzeit ist. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist das Netzladegerät Canon LC-E17, mit dem Sie den Akku einfach aufladen können. Wenn Sie es auf längeren Auslandsreisen aber nicht mitnehmen möchten, können Sie den Akku auch direkt in der Kamera über den Standard-USB-C-Anschluss aufladen. Bei hohem Verbrauch, also zum Beispiel beim Aufnehmen wirklich langer Videos, können Sie auf die gleiche Weise über USB-C auch eine klassische Powerbank anschließen.
Leider fehlt bei dieser Kamera ein eingebauter Blitz, was aber in den letzten Jahren schon so ein Trend ist, dennoch fehlt der Zubehörschuh für einen externen Systemblitz nicht, und nicht nur für den Blitz, Sie können ihn auch für weiteres Zubehör nutzen, wie zum Beispiel ein externes Mikrofon oder anderes Zubehör.
Hauptzubehör sind aber natürlich Objektive mit Canon RF Bajonett, von denen Canon in seinem Angebot schon buchstäblich eine Menge hat, und das Angebot an spezialisierten Objektiven für das APS-C-Sensorformat, die als Canon RF-S gekennzeichnet sind, erweitert sich ebenfalls. Eines dieser Objektive ist auch das Canon RF-S 14-30mm f/4-6,3 IS STM PZ, das gerade zusammen mit der Canon EOS R50 V Kamera vorgestellt wurde und mit dem es in einem preislich reduzierten Set erhältlich sein wird – Canon EOS R50 V + RF-S 14-30mm f/4-6,3 IS STM PZ. Es ist kein Zufall, dass es in einem Set gerade mit diesem Objektiv erhältlich sein wird, denn sie bilden zusammen ein gutes Duo, aber Sie können natürlich auch jedes andere Objektiv der Marke Canon mit diesem Bajonett wählen, ebenso erweitert sich aber auch ständig das Angebot an Objektiven von alternativen Herstellern.
Die Kamera Canon EOS R50 V wird im Mai 2025 zum Preis von 799 € oder für 1049 € im bereits erwähnten Set mit Objektiv in den Handel kommen. Für diese Summe erhalten Sie eine kleine, leichte und sehr reaktionsschnelle Kamera, die aber gleichzeitig viele für Videoaufnahmen optimierte Elemente enthält, zudem robust ist und (gemessen an der Größe) eine ausgezeichnete Ergonomie aufweist. Sie bietet Ihnen erstklassige Qualität bei Fotos und aufgenommenen Videos, wobei Ihnen auch das hervorragende Autofokus-System sowie eine sehr breite Auswahl an hochwertigen Objektiven für alle denkbaren Genres der Fotografie und des Videos helfen. Ganz zu schweigen von weiterem möglichen Zubehör. Erfreulich sind auch Kleinigkeiten wie der zweite Videoauslöser oder das zweite Stativgewinde sowie die Möglichkeit, den Akku direkt in der Kamera über USB-C zu versorgen oder aufzuladen.
Perfekt ist aber wohl nie etwas, und so finden sich auch einige potenzielle Nachteile. Der wohl auffälligste Nachteil ist die fehlende IBIS-Stabilisierung direkt auf dem Sensor, und manchem mag auch das Fehlen eines Suchers oder eines eingebauten Blitzes missfallen. Andererseits werden die oben genannten Nachteile durch die geringen Abmessungen, das niedrige Gewicht und auch den (gemessen an den Gesamtqualitäten) vorteilhaften Verkaufspreis ausgeglichen.

Canon EOS R50 V
Spiegellose KamerasDie Canon EOS R50 V ist ein sehr gelungenes Hybridgerät, das die Welt der Fotografie und des Videos in einem kompakten, leichten und robusten Gehäuse hervorragend kombiniert. Sie ist die ideale Wahl für Content Creator, die hochwertige Bilder, einen exzellenten Autofokus und Funktionen aus teureren Modellen wünschen, aber gleichzeitig die einfache Transportfähigkeit und einfache Bedienung schätzen. Obwohl einige Funktionen wie Sensorstabilisierung, Sucher oder eingebauter Blitz fehlen, bietet das Gerät in dieser Preisklasse ein außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis. Wenn Sie ein universelles Werkzeug für Fotos und Videos suchen, das Ihre Tasche und Ihren Geldbeutel nicht belastet, ist die Canon EOS R50 V definitiv eine Überlegung wert.
Vorteile
Nachteile
Michal Kupsa
Michal Kupsa was born in Brno in 1970. He began photography when he was 15 years old and started with journalism three years later. He has collaborated with a number of prestigious Czech and foreign media companies including Czech Television, Czech Radio, National Geographic, the US National Library, iDNES, People in Need and most Czech magazines about photography. Now, he mainly focuses on travel articles, photographic reviews, and photography courses.