Mikrofone mit enger Richtcharakteristik oder Hypernierenmikrofone sind so konzipiert, dass sie den Schall hauptsächlich aus einer bestimmten Richtung aufnehmen. Ihre Richtcharakteristik, d. h. der Bereich, aus dem das Mikrofon den Schall am besten aufnimmt, ist noch enger als bei herkömmlichen Nierenmikrofonen. Dadurch können sie unerwünschte Geräusche, die von den Seiten kommen, sehr gut unterdrücken. Das macht sie zu einem Werkzeug für Situationen, in denen eine Schallquelle von Umgebungsgeräuschen oder anderen Instrumenten isoliert werden muss. Im Gegensatz zu Mikrofonen mit Nierencharakteristik, die direkt hinter dem Mikrofon am wenigsten empfindlich sind, hat das Mikrofon mit Hypernierencharakteristik auch hinten einen kleinen empfindlichen Bereich. Es ist daher sehr empfindlich für Schall, der von vorne kommt, fast taub für Schall, der von den Seiten kommt, nimmt aber auch einen kleinen Teil des Schalls auf, der direkt von hinten kommt. In der Praxis werden sie z. B. bei Film- und Videodrehs eingesetzt, wo sie an einer langen Stange, dem so genannten "Boom", angebracht und auf den Mund der Schauspieler gerichtet werden, um deren Dialoge von Umgebungsgeräuschen zu isolieren. Auf der Bühne bei Live-Auftritten helfen sie, ein bestimmtes Instrument oder einen bestimmten Sänger abzunehmen, um das Übersprechen von anderen Schallquellen zu minimieren. Allerdings muss bei der Platzierung der Bühnenabnehmer darauf geachtet werden, dass sie nicht direkt auf den hinteren empfindlichen Teil des Mikrofons gerichtet sind und Rückkopplungen verursachen.