Ein Radiusfräser ist ein Werkzeug für die spanende Bearbeitung, dessen Hauptzweck die Herstellung exakt definierter Abrundungen – sogenannter Radien – an Kanten oder in Ecken eines Werkstücks ist. Kennzeichnend für dieses Werkzeug sind Schneiden, die keine scharfe Spitze besitzen, sondern an ihrem Ende in einem bestimmten Radius geformt sind. Je nach Form des Fräsers lassen sich entweder äußere Abrundungen erzeugen, bei denen eine scharfe Außenkante zu einem Bogen abgetragen wird, oder innere Radien (oft als „Eckradius“ bezeichnet), die typischerweise am Boden von Taschen oder an Übergängen zwischen zwei senkrechten Flächen gefräst werden. Der Einsatz eines Radiusfräsers hat oft einen technischen Hintergrund: Ein abgerundeter Übergang zwischen Flächen verringert die Spannungskonzentration im Material und erhöht dadurch die mechanische Festigkeit und Lebensdauer des Bauteils. Neben der funktionalen Bedeutung erfüllt die Abrundung auch einen ästhetischen Zweck und trägt zur Sicherheit bei, da scharfe Kanten entfernt werden. Diese Werkzeuge können aus einem einzigen Stück gefertigt sein – z. B. aus Schnellarbeitsstahl oder Hartmetall – oder mit auswechselbaren Wendeschneidplatten bestückt werden. Bei Systemen mit Wendeschneidplatten muss nach Verschleiß nur der kleine Schneidenteil ausgetauscht werden, nicht das gesamte Werkzeug, was die Fertigung wirtschaftlicher macht.