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Handysucht: was sie ist und wie man sie vermeiden kann

Artikel

• Autor: Jiří V. Matýsek

Mobiltelefone sind zu einem natürlichen Teil unseres Lebens geworden. Sie sind Arbeitsgerät, aber auch Unterhaltungsquelle. Mit Handys kommunizieren wir, schauen Multimedia, spielen Spiele und arbeiten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die normale Nutzung des Telefons für manche Menschen die Grenze zur Sucht überschritten hat. Dafür hat sich der Fachbegriff Nomophobie eingebürgert, und laut wissenschaftlicher Forschung könnten sogar 50 % der Nutzer unter diesem Problem leiden. Wie erkennt man eine Handysucht und wie bekämpft man sie?

Handysucht

Handysucht – INHALT

  1. Handysucht, also Nomophobie
  2. Das Telefon als Stütze in unangenehmen Situationen
  3. Handysucht bei Kindern ist ein großes Problem
  4. Negative Folgen von Nomophobie
  5. So heilen Sie die Handysucht
  6. Die digitale Welt bringt auch andere Krankheiten mit sich

Handysucht, also Nomophobie

Handysucht ist ein Phänomen, das seit etwa einem Jahrzehnt ernsthaft erforscht wird. Der Begriff Nomophobie entstand aus dem Englischen, indem er die Wörter nomobilephobia zusammenfasste, also die Angst vor der Abwesenheit oder Unmöglichkeit, das Handy zu nutzen oder nicht online zu sein. Wie erkennt man eine Handysucht? Die Symptome sind wie folgt:

  • Denken Sie häufig über Aktivitäten am Telefon nach, wenn das Gerät physisch nicht verfügbar ist.
  • Gereiztheit, die in Aggression umschlagen kann, wenn wir das Handy nicht benutzen können.
  • Psychischer oder physischer Stress, wenn der Hand-Akku leer ist oder kein Internet verfügbar ist.
  • Ohne Smartphone das Haus nicht verlassen können.
  • Zwang, eingehende E-Mails, Nachrichten und SMS ständig zu prüfen.
  • Nachts aufwachen und das Handy überprüfen müssen.
Handysucht
Der Zwang, soziale Netzwerke zu prüfen, kann manchmal zur Sucht werden.

Das Telefon als Stütze in unangenehmen Situationen

Wie Sie sehen, greift Nomophobie wie jede andere Sucht nicht nur in das Leben des Einzelnen ein, der möglicherweise nicht einmal erkennt, dass er „ein Problem hat“, sondern beeinträchtigt auch heimtückisch seine zwischenmenschlichen Beziehungen. Auch eine Handysucht kann ein Grund für eine Trennung sein. Dies wirkt sich negativ auf die Kommunikation zwischen Partnern aus und oft wird einer der Partner sogar neidisch auf das Telefon des anderen. Heutzutage sind Verabredungen oder Treffen mit Freunden in einer Kneipe keine Ausnahme, wenn die Teilnehmer auf die Displays ihrer Telefone schauen und es selten zu einem normalen Gespräch kommt.

Für schüchterne und introvertierte Menschen kann das Handy die gleiche Stütze in der Kommunikation sein wie z. B. Zigaretten rauchen oder mit einem Stift spielen. Mit ihrem Gerät in der Hand werden sie selbstbewusster, ihr Handy wird nach und nach mit angenehmen Gefühlen in Verbindung gebracht und die Sucht entsteht.

Handysucht
Müssen Sie ständig überprüfen, ob Sie eine Nachricht erhalten haben? Wenn ja, liegt möglicherweise ein Problem vor.

Handysucht bei Kindern ist ein großes Problem

Handysucht bei Kindern ist ein großes Risiko. Entsprechend Schätzungen sind bis zu 70 % der Minderjährigen gefährdet, und 5 bis 10 % von ihnen müssen professionelle Hilfe bei einem Psychologen oder Suchtberater suchen. Es kommt nicht sehr häufig vor, aber Ärzte registrieren auch Angriffe auf Eltern oder Lehrer, wenn diese versuchten, das Mobiltelefon der Person zu nehmen. Auch Erwachsene sind nicht gegen Nomophobie gefeit. So wurde unter anderem eine Übersicht über Statistiken zur Handysucht auf TechJury.com veröffentlicht. Sie bedroht 66 % von ihnen. Eine interessante Konsequenz der Handysucht ist in manchen Fällen ein Phänomen namens „falsches Klingeln“. Man hat plötzlich das Gefühl, dass das Telefon in der Hosentasche klingelt oder vibriert und man unbedingt hinschauen muss.

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Negative Folgen von Nomophobie

Die Handysucht ist eine Sucht wie jede andere und hat als solche gesundheitliche Folgen. Neben den eigentlichen Entzugserscheinungen - Nervosität, Gereiztheit, im schlimmsten Fall Aggression usw. - sind das langfristig gesehen vor allem:

  • Störung des Schlafrhythmus durch häufige Einwirkung von blauem Licht.
  • Unfähigkeit, tief zu schlafen.
  • Kopfschmerzen bei längerem Betrachten des Displays.
  • Probleme mit der sogenannten Kommunikation direkt, nicht am Telefon.
  • Einschränkungen bei anderen Aktivitäten, z. B. beim Sport oder bei sozialen Aktivitäten.
Handysucht
Handysucht birgt eine ganze Reihe von Risiken.

So heilen Sie die Handysucht

Wenn Sie selbst erkennen, dass Sie mit dem Handy in Ihrer Hand zu viel Zeit verbringen oder Ihre Lieben Sie davor gewarnt haben, sind Sie auf dem besten Weg, aus der Sucht auszusteigen. Ein guter Rat ist, nicht ständig online zu sein, z. B. verwenden Sie nur WLAN und schalten Sie die Datenverbindung idealerweise überhaupt nicht ein. Es hilft, von Zeit zu Zeit eine digitale Entgiftung zu verschreiben. Bei schwereren Symptomen, starker Nervosität, Konzentrationsschwäche, Schlaflosigkeit usw. empfehlen wir Ihnen, sich an einen Facharzt, Psychologen oder Suchtberater zu wenden.

Die digitale Welt bringt auch andere Krankheiten mit sich

Die direkte Sucht, die Nomophobie, ist nicht die einzige "Handykrankheit", die im heutigen digitalen Zeitalter auftreten kann. Sucht kann auch durch Computersucht entstehen, z. B. durch das Spielen von Computerspielen. Psychologen nennen zum Beispiel auch:

  • Technostress, der aus der Sorge entsteht, keine der neuen Nachrichten zu verpassen, die uns ständig und unzählbar überströmen.
  • Die Tablet-Schulter äußert sich durch Gelenk- und Rückenschmerzen und ist auf den häufigen Gebrauch des Tablets zurückzuführen. Ähnlich verhält es sich mit dem so genannten SMS-Syndrom, das durch übermäßigen Gebrauch von Telefonen entsteht.
  • Digitale Amnesie – was wir nicht wissen, finden wir im Internet. Es führt dazu, dass wir uns bestimmte Dinge nicht mehr merken oder sie leichter vergessen.
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Die Handysucht ist kein marginales Phänomen. Vielmehr bedroht sie uns alle, und es ist leichter, ihr zu verfallen, als wir vielleicht denken. Es ist nicht leicht, sich dagegen zu wehren, denn die Welt um uns herum besteht fast nur noch aus Handys. Das Handy ist nicht nur ein Mittel zur Kommunikation, sondern auch zur Kontrolle und Steuerung unseres Lebens geworden, und die Möglichkeiten, es mit gutem Gewissen aus der Hand zu legen, werden immer geringer.

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