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PlayStation-Spiele werden ab 2028 nicht mehr auf physischen Datenträgern erscheinen; diese Änderung könnte auch die Einführung der PS6 ankündigen

• News 

• Autor: Filip Němec

Das Ende der „Boxen“ für die PlayStation. Ist das eine Bestätigung dafür, dass die PlayStation 6 erst 2028 erscheinen wird?

PlayStation; screenshot: cover

Quelle: PlayStation

Dass die Zukunft der Spiele fast ausschließlich digital sein wird, ahnen wir schon seit Langem. Auf dem PC dominiert der digitale Vertrieb – insbesondere dank der Beliebtheit von Steam – bereits seit geraumer Zeit, sodass der Kauf eines Computerspiels auf einem physischen Datenträger heute eher die Ausnahme ist; für die PlayStation steht jedoch eine grundlegende Veränderung bevor.

Sony hat bekannt gegeben, dass ab Januar 2028 keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf Blu-ray-Discs veröffentlicht werden. Alle neuen Spiele werden ausschließlich digital über den PlayStation Store oder bei anderen Händlern erhältlich sein. Dies gilt für absolut alle Titel, nicht nur für die Exklusivtitel direkt von Sony. Spiele, die noch vor diesem Datum erscheinen, bleiben weiterhin auf Disc im Verkauf und ihr Vertrieb wird in keiner Weise beeinträchtigt.

Laut dem Magazin The Verge kommt diese Entscheidung nicht völlig überraschend. Der digitale Vertrieb wächst seit Langem, und laut Daten von Sony sind bereits etwa 80 % der verkauften Spiele digitale Versionen. Für Sony ist dies zudem ein deutlich vorteilhafteres Modell, da die Kosten für die Herstellung von Datenträgern, die Logistik sowie die Margen der Handelsketten entfallen. Wir können dies jedoch keinesfalls als Bestätigung dafür ansehen, dass digitale Versionen günstiger sein werden – darauf werden wir wohl nicht hoffen können.

„Für Sony Interactive Entertainment ist dies ein logischer Schritt, um sich den Trends bei den Verbrauchern anzupassen, da die allgemeine Vorliebe für digitale Medien das Interesse an physischen Datenträgern deutlich übersteigt. Dieser Übergang ermöglicht es uns, besser darauf einzugehen, wie der Großteil unserer Community heute Spiele starten und spielen möchte“, schreibt Sony in einer Ankündigung auf dem PlayStation-Blog.

Was bedeutet das für die Spieler?

Diese Änderung wird logischerweise vor allem diejenigen betreffen, die gerne eine physische Spielesammlung aufbauen oder den Second-Hand-Markt nutzen. Digitale Spiele können nämlich nicht mehr weiterverkauft, verliehen oder mit Freunden getauscht werden – bzw. nur in begrenztem Umfang, je nach den Möglichkeiten der jeweiligen Plattform. Gerade PlayStation ist beim Teilen digitaler Spiele jedoch nicht so entgegenkommend wie beispielsweise Steam.

Logischerweise wird auch die Möglichkeit wegfallen, physische Exemplare bei verschiedenen Händlern im Sonderangebot zu kaufen, da Sony die Preise für digitale Versionen viel stärker direkt kontrollieren wird. Heute wirkt das mittlerweile fast schon legendäre Video aus dem Jahr 2013 fast schon komisch, in dem der damalige PlayStation-CEO Shuhei Yoshida die Ankündigung von Microsoft parodiert, dass die Xbox One keine Spiele aus dem Second-Hand-Handel unterstützen werde. 

Official PlayStation Used Game Instructional Video

Quelle: PlayStation

Kritiker weisen auch auf das Problem der langfristigen Aufbewahrung von Spielen hin. Während eine Disc auch nach Jahrzehnten noch funktioniert, hängt eine digitale Lizenz stets ausschließlich davon ab, was der Lizenzinhaber oder der Plattformbetreiber beschließt. Darauf hat gerade Sony indirekt hingewiesen, das erst vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass es am 1. September 2026 551 Filme aus dem PlayStation Store löschen wird, da es die Lizenz von StudioCanal nicht mehr besitzen wird. Dies betrifft jedoch auch diejenigen, die Filme dieses Unternehmens in der Vergangenheit gekauft haben. Wenn Sie beispielsweise den Film „Terminator 2“ oder „Total Recall“ auf der PlayStation erworben haben, werden diese am 1. September 2026 unwiderruflich aus Ihrer Bibliothek verschwinden. Über eine Entschädigung hat Sony bislang noch nicht informiert. 

Die Reaktionen der Community auf das Ende der physischen PlayStation-Spiele sind daher sehr heftig. In den sozialen Netzwerken tauchen Meinungen auf, dass die PlayStation einen ihrer größten Vorteile verliert. Einige Spieler behaupten sogar, dass sie nach dem Ende der physischen Kopien keinen Grund mehr hätten, dem Sony-Ökosystem treu zu bleiben. „Erst haben sie Destiny ruiniert, jetzt schaffen sie die physischen Discs ab. Das ist ja wirklich toll“, schrieb Destiny Bulletin, während  die Seite „GTA und Rockstar INTEL“ berichtete: „Das ist ein riesiger Fehler, dadurch werdet ihr Kunden verlieren.“ 

Die Gaming-Welt ist aber natürlich voller Humor, und so melden sich auch die Spielehersteller selbst zu Wort. Bethesda reagierte beispielsweise prompt und veröffentlichte kurz nach der Ankündigung von Sony ein witziges Video, das an die physische Switch-2-Version des Remasters von „The Elder Scrolls: Oblivion“ erinnert.

Microsoft kann einen etwas anderen Weg gehen

Auch Microsoft deutet bereits seit einigen Jahren an, dass die Zukunft der Xbox vor allem digital sein wird. Im Gegensatz zu Sony könnte das Unternehmen jedoch einen etwas anderen Weg einschlagen, bei dem physische Kopien erhalten bleiben, deren Besitzer sie aber gleichzeitig wie digitale Kopien nutzen können. Laut Insider- Informationen arbeitet das Unternehmen nämlich an einem System, das es ermöglichen würde, das Eigentumsrecht an einem physischen Spiel in eine digitale Lizenz umzuwandeln. Der Nutzer könnte die Disc somit einmalig verifizieren und anschließend spielen, ohne sie in das Laufwerk einlegen zu müssen.

Microsoft bereitet gleichzeitig die nächste Xbox-Generation mit dem Codenamen Project Helix vor, die nach den vorliegenden Informationen ohne optisches Laufwerk auf den Markt kommen soll, auch wenn laut der Zeitschrift  Windows Central in dieser Hinsicht noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist. Die Xbox Helix könnte somit theoretisch einen Kompromiss zwischen der physischen und der digitalen Welt bieten, während sich Sony für eine weitaus radikalere Lösung entschieden hat.

Deutet das Ende der Discs auf das Erscheinen der PlayStation 6 hin?

Der Zeitpunkt dieser Änderung hat zudem Spekulationen über eine neue Konsolengeneration angeheizt. Wenn Sony plant, ab 2028 vollständig auf den digitalen Vertrieb umzustellen, stellt sich die Frage, ob nicht gerade dann auch die PlayStation 6 auf den Markt kommen wird. Allerdings ist die Lage nicht ganz so eindeutig: In den letzten Wochen tauchten Informationen auf, wonach die PS6 aufgrund steigender Speicherpreise möglicherweise auf die Jahre 2028 oder 2029 verschoben werden könnte. Andere vertrauenswürdige Quellen behaupten hingegen, dass die Konsole weiterhin für das Jahr 2027 geplant ist und keine Verschiebung vorgesehen ist. 

Der Server Game File, der als Erster über das Ende der physischen Kopien auf der PlayStation berichtete, zitiert beispielsweise eine Stellungnahme des Analysten Piers Harding-Rolls von Ampere Analysis, wonach diese Ankündigung des Endes der physischen Kopien im Grunde „garantiert“, dass die PS6 nicht vor 2028 erscheinen wird, und gleichzeitig eine Bestätigung dafür ist, dass die PS6 kein Laufwerk haben wird.

Sollte dies jedoch geschehen, stellt sich die Frage, wie dann die Abwärtskompatibilität mit PS4- oder PS5-Spielen auf Blu-ray-Discs funktionieren würde. Wird die PlayStation 6 ein zusätzliches Laufwerk wie die PlayStation 5 Slim gerade für solche Fälle haben? Oder lässt Sony die Besitzer physischer Kopien komplett im Stich?

Wann auch immer die PlayStation 6 auf den Markt kommt – die Entscheidung von Sony stellt einen historischen Meilenstein dar. Zum ersten Mal seit der Gründung der Marke werden neue Spiele für die PlayStation nicht mehr auf physischen Datenträgern erscheinen. Die Spieler werden somit keine Alternative mehr haben. Auf dem PC dominiert zwar schon seit Langem der digitale Vertrieb, doch PC-Spiele erscheinen nach wie vor größtenteils auch in physischer Form, sodass jeder die Wahl hat. Die PlayStation hingegen hat den Spielern diese Wahlmöglichkeit genommen.

Wann auch immer die PlayStation 6 auf den Markt kommt – die Entscheidung von Sony stellt einen historischen Meilenstein dar. Zum ersten Mal seit der Gründung der Marke werden neue Spiele für die PlayStation nicht mehr auf physischen Datenträgern erscheinen. Die Spieler haben somit keine Alternative zum PlayStation Store. Auf dem PC kann man zwar schon lange keine Spiele mehr auf physischen Datenträgern kaufen, doch die Spieler können zumindest zwischen mehreren Vertriebsplattformen oder verschiedenen Möglichkeiten zur Speicherung der Spieldaten wählen (z. B. Spiele ohne DRM und ohne Notwendigkeit einer Online-Verbindung aus dem GOG-Store usw.). Mit dem Ende der Blu-ray-Discs hat PlayStation den Spielern jedoch de facto jede Alternative genommen. 

• Zdroj: blog.playstation.com, theverge.com, insider-gaming.com, insider-gaming.com, insider-gaming.com, insider-gaming.com, insider-gaming.com, insider-gaming.com

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