• Autor: Abram Svoboda
Poco hat in diesem Jahr in seiner Mittelklasse-X-Serie etwas präsentiert, das man bei Telefonen für ein paar hundert Euro normalerweise nicht zu sehen bekommt. Das Duo Poco X8 und X8 Power erschien mit Spezifikationen, die noch vor einem Jahr zwei Preisklassen höher angesiedelt gewesen wären. Lassen Sie uns einen Blick darauf werfen, worauf Poco in diesem Jahr aufbaut.
Die neueste Generation der X-Serie von Poco wurde am 4. September 2026 in Indien vorgestellt – neben dem Standard-Poco X8 erschien auch die leistungsstärkere Variante Poco X8 Power. Beide Generationen teilen sich ein riesiges AMOLED-Display mit 3.500 Nits und IP69K-Zertifizierung, unterscheiden sich jedoch in Leistung, Akkukapazität, Ultraweitwinkelkamera und Schnellladetechnologie. Auf wen zielt Poco ab und in welchen Bereichen ist die jeweilige Variante stärker?
Poco unterteilt die X-Serie dieses Jahr in zwei Varianten:
Beide Modelle verfügen über ein 6,83-Zoll-AMOLED-Display mit adaptiver 120-Hz-Bildwiederholrate und 1,5K-Auflösung (2.772 × 1.280 px), die gleiche Gehäusekonstruktion mit IP68/IP69K-Schutz sowie dieselbe 50-MP-Hauptkamera mit OIS. Die Unterschiede konzentrieren sich auf den Akku, den Chipsatz, das Schnellladen und die Ultraweitwinkelkamera. Durch diese Aufteilung richtet sich Poco an zwei unterschiedliche Kundengruppen – das Standard-X8 an Nutzer, die das größtmögliche Paket so günstig wie möglich suchen, und das X8 Power an all jene, die einen „Arbeitspanzer“ mit maximaler Akkulaufzeit benötigen.
Beide Telefone präsentieren sich im traditionellen Poco-Stil – flacher Rahmen, markantes rundes Kameramodul auf der Rückseite und ein mattes Finish. Das Poco X8 ist in den Farben Schwarz, Weiß und Orange erhältlich. Das Gehäuse des X8 misst 8,6 mm in der Dicke und wiegt 223 Gramm – wenn man die Größe des Akkus und des Displays bedenkt, ist dies ein vergleichsweise leichtes Gerät.
Der entscheidende Bonus liegt in der Widerstandsfähigkeit. Poco gibt in diesem Jahr bereits beim Standard-X8 die Kombination aus IP68 + IP69K an – dies ist die höchste verfügbare Schutzklasse gegen Staub, Süßwasser bis 1,5 m Tiefe und heißes Hochdruckwasser (bis zu 80 °C). Eine Zertifizierung, die Sie bei einem Smartphone in dieser Preisklasse normalerweise nicht finden und die in der Regel industriellen, robusten Telefonen oder Flaggschiff-Modellen wie dem Oppo Find X9 Pro vorbehalten ist. Dass Poco IP69K bereits in der Basisvariante einsetzt, sind hervorragende Neuigkeiten – das X8 Power hält das gleiche Niveau und fügt einen dedizierten Unterwasser-Modus (Underwater Mode) hinzu, der das Fotografieren und Filmen unter der Wasseroberfläche vereinfacht (unter Wasser wechselt die Touch-Bedienung auf Hardware-Tasten).
Der Displayschutz wird bei beiden Modellen durch Corning Gorilla Glass Victus 2 gewährleistet. Die Gehäusekonstruktion basiert auf einer Kombination aus einer Kunststoffrückseite und einem Aluminiumrahmen, damit Poco den Preis im Rahmen halten kann. Das ist jedoch kein Nachteil, da Kunststoff deutlich sturzfester ist.
Das Display ist eine der größten Stärken dieser Serie. Beide Modelle bieten:
Eine Spitzenhelligkeit von 3.500 Nits ist in der Mittelklasse ein absolut ungewöhnlicher Wert – die meisten Flaggschiff-Telefone bewegen sich um die 3.000 Nits (Peak), während die gängige Mittelklasse meist zwischen 1.000 und 2.000 Nits liegt. Den reinen Papierwerten nach sollte das Poco X8 zu den Helligkeits-Spitzenreitern seiner Preisklasse gehören, und die Ablesbarkeit bei direktem Sonnenlicht sollte kompromisslos sein. Das X8 Power bietet zusätzlich eine 12-Bit-Farbtiefe, was fließendere Übergänge bei Farbverläufen (wie Himmel oder Schatten) bedeuten sollte.
Der Punkt, an dem die Wege beider Modelle am weitesten auseinandergehen, ist der Chipsatz:
Das Poco X8 wird in den Konfigurationen 6 GB / 128 GB, 8 GB / 256 GB und 12 GB / 256 GB angeboten. Das Poco X8 Power setzt auf den schnelleren LPDDR5X-RAM sowie UFS 4.1-Speicher – dies entspricht der Ausstattung von Flaggschiff-Modellen und der Unterschied zum X8 mit seinem UFS 3.1-Speicher dürfte sich insbesondere beim Laden größerer Dateien, der Installation von Apps oder der Fotobearbeitung zeigen.
Softwareseitig laufen beide Smartphones mit HyperOS 3, das auf Android 16 aufbaut. Poco hat 4 Jahre lang große Android-Updates und 6 Jahre Sicherheits-Patches zugesagt – ein überaus ehrgeiziges Versprechen für die Mittelklasse, das bisher eher in den höheren Klassen von Samsung oder bei den Google Pixels zu finden war. Der Support reicht damit bis ins Jahr 2032, was für ein Smartphone für 250 bis 350 Euro eine fantastische Nachricht ist.
Die Kameraausstattung der beiden Modelle unterscheidet sich vor allem beim Ultraweitwinkel-Objektiv:
Das Standard-X8 fungiert in der Praxis weitestgehend als Single-Kamera-Smartphone – der 2-MP-Zweitsensor dient eher dem Porträtmodus und der Tiefenschärfe, als dass er ein vollwertiger Sensor wäre. Wer eine kompromisslose Ultraweitwinkel-Perspektive wünscht, sollte zur X8 Power Variante greifen.
Der Hauptsensor dürfte 4K/30-fps-Videos aufnehmen können, während das Ultraweitwinkelobjektiv der Power-Variante bei Full HD bleibt. Softwareseitig ist der dedizierte Unterwasser-Modus eine interessante Neuerung, der dank der IP69K-Zertifizierung durchaus Sinn ergibt – er erleichtert Aufnahmen unter der Wasseroberfläche (die Touch-Eingabe wechselt unter Wasser zu den Hardwaretasten). Der Rest ist klassisches HyperOS: Nachtmodus, Porträtmodus, KI-Bearbeitung, Dokumenten-Scanner. Die Fotografie von Flaggschiff-Modellen wird Poco sicherlich nicht erreichen, aber für die Mittelklasse sollte es sich um eine solide Ausstattung handeln.
Hier liegt das größte Zugpferd der gesamten Serie. Poco hat sich entschieden, die Akkukapazität auf Rekordhöhen zu treiben:
Das Poco X8 Power bietet mit seinen 10.000 mAh einen in der Mittelklasse noch nie dagewesenen Wert – bei einem Smartphone mit einer derartigen Kapazität sollte eine Laufzeit von zwei bis drei Tagen absolut realistisch sein. Silizium-Kohlenstoff-Anoden (Si/C), die solch hohe Kapazitäten ermöglichen, kommen bei Poco zum ersten Mal zum Einsatz. Angaben von Poco zufolge soll der Akku des X8 selbst nach 1.600 Ladezyklen noch 80 % seiner ursprünglichen Kapazität beibehalten, was bei täglichem Aufladen einer Akku-Lebensdauer von rund 5 Jahren entspräche.
Das 100-W-Laden bei der Power-Variante dürfte diesen gigantischen Akku in einer durchaus respektablen Zeit wieder auffüllen. Auf kabelloses Laden wird bei dieser Serie verzichtet – Poco lässt dies traditionell weg, um den Preis niedrig zu halten. Das Standard-X8 bietet zudem 22,5-W-Reverse-Charging via Kabel, während das X8 Power sogar 27-W-Reverse-Charging bereitstellt, mit dem Sie unterwegs beispielsweise Ihre Xiaomi Buds oder eine Xiaomi Smartwatch aufladen können.
| Parameter/Modell | Poco X8 | Poco X8 Power |
|---|---|---|
| Display | 6,83" AMOLED, 2.772 × 1.280 (1,5K), 120 Hz | 6,83" AMOLED, 1,5K, 120 Hz |
| Spitzenhelligkeit | 3.500 Nits (HDR) | 3.500 Nits (HDR) |
| Prozessor | Snapdragon 6s Gen 4 | Snapdragon 6 Gen 5 |
| Speicher | 6/128, 8/256, 12/256 GB (UFS 3.1) | 8/256, 12/256 GB (LPDDR5X + UFS 4.1) |
| Kamera | 50 MP Hauptkamera (f/1.8, OIS) + 2 MP Hilfssensor | 50 MP Hauptkamera (f/1.8, OIS) + 8 MP UW |
| 16 MP Frontkamera | 32 MP Frontkamera | |
| Akku | 8.340 mAh (Si/C) | 10.000 mAh (Si/C) |
| Aufladen | 67 W kabelgebunden + 22,5 W Reverse | 100 W kabelgebunden + 27 W Reverse |
| Schutzklasse | IP68 + IP69K | IP68 + IP69K |
| Displayschutz | Gorilla Glass Victus 2 | Gorilla Glass Victus 2 |
| Maße / Gewicht | 8,6 mm / 223 g | – |
| Konnektivität | 5G, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.4, NFC | 5G, Wi-Fi 7, Bluetooth 5.4, NFC |
| Software | HyperOS 3 (Android 16), 4 Jahre OS + 6 Jahre Patches | HyperOS 3 (Android 16), 4 Jahre OS + 6 Jahre Patches |
| Preis (umgerechnet) | ab ca. 251 € | ab ca. 348 € (INR) |
Poco X8 ist global zu den folgenden Preisen (umgerechnet in Euro nach aktuellem Kurs) erhältlich:
Das Poco X8 Power startet in Indien umgerechnet für ca. 348 € (35.999 INR). Mit einem Gutschein von 2.000 Rs sowie einem Bankbonus von 1.000 Rs sinkt der indische Preis effektiv auf rund 318 € (32.999 Rs). Für das gebotene Preis-Leistungs-Verhältnis sieht das X8 Power äußerst attraktiv aus. Bei den vorherigen Poco-Generationen lag der deutsche Preis meist nicht weit vom indischen Preis entfernt, ein konkreter europäischer Preis ist jedoch derzeit noch nicht bekannt.
In Deutschland und Österreich sollten beide Modelle nach dem globalen Launch bei großen Elektronikfachhändlern (wie z. B. Alza) auftauchen, ein konkretes Datum hat Poco bisher jedoch noch nicht bekannt gegeben. Der Verkauf in Indien beginnt am 11. September über Flipkart, die Verfügbarkeit für Europa und Deutschland und Österreich wird zu einem späteren Zeitpunkt angekündigt.