• Autor: Adam Růžička
Qualcomm hat die neuen Prozessoren Snapdragon 6 Gen 5 und Snapdragon 4 Gen 5 für günstigere und mittelpreisige Mobiltelefone vorgestellt. Die neuen Chips bieten eine höhere Grafikleistung, modernere KI-Funktionen, die bis vor Kurzem hauptsächlich bei teureren Modellen üblich waren, aber auch schnellere Systemreaktionen und einen stabileren Betrieb der Geräte. Was werden die neuen Prozessoren bieten?
Die Prozessoren Snapdragon 6 und Snapdragon 4 treiben seit Langem vor allem erschwinglichere und mittelpreisige Mobiltelefone an. Gerade bei diesen Geräten war der Unterschied zu teureren Modellen oft am deutlichsten — sei es beim Spielen, beim Wechseln zwischen Apps oder nach längerer Nutzungsdauer.
Die diesjährigen Snapdragon-Chips versuchen, dies zumindest teilweise zu ändern. Der Hersteller spricht in diesem Jahr mehr über einen stabileren Betrieb der Geräte, schnellere Reaktionszeiten oder eine effizientere Energienutzung. Zu den wichtigsten Neuerungen des Snapdragon 6 Gen 5 und Snapdragon 4 Gen 5 gehören vor allem diese Änderungen:
Der Snapdragon 6 Gen 5 ist der leistungsstärkere der beiden neuen Prozessoren und zielt hauptsächlich auf Smartphones der oberen Mittelklasse ab. Qualcomm konzentriert sich in diesem Jahr vor allem auf schnellere Systemreaktionen, eine bessere Grafikverarbeitung und eine konstantere Leistung bei längerer Belastung. Gerade Handys der oberen Mittelklasse zeigen oft am deutlichsten den Unterschied zu teureren Modellen — sei es beim Spielen, bei der Nutzung der Kamera oder beim gleichzeitigen Verwenden mehrerer Apps.
Der Hersteller gibt auf seiner offiziellen Website an, dass der Snapdragon 6 Gen 5 im Vergleich zur vorherigen Generation eine bis zu 21 % höhere GPU-Leistung bieten wird. Dennoch soll er eine bessere Energieeffizienz beibehalten, wodurch sich der Akku nicht so schnell entlädt. Qualcomm fügt gleichzeitig KI-Funktionen bei der Aufnahme von Fotos und eine bessere Bildverarbeitung dank der Technologie Qualcomm Adaptive Performance Engine 4.0 hinzu, die ein flüssiges und langfristig stabiles Spielen gewährleisten soll. Mit anderen Worten — das Telefon sollte beim Spielen nicht vor dem Spieler ermüden. Wir können uns auch auf die Unterstützung von 5G, Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.0 freuen.
Den größten Generationssprung finden wir jedoch gerade beim schwächeren Modell Snapdragon 4 Gen 5. Die Leistung der Grafikeinheit ist laut Qualcomm um bis zu 77 % höher, was für diese Serie eine recht deutliche Veränderung darstellt. Neu ist hier auch die Unterstützung für das Spielen mit 90 Bildern pro Sekunde, was bei den Snapdragons der vierten Serie bisher eher die Ausnahme war.
Auch die Konnektivität wird beim Snapdragon 4 Gen 5 nicht stark eingeschränkt sein. Auch hier finden wir eine 5G-Verbindung zusammen mit der Technologie Dual SIM Dual Active (DSDA) 5G + 5G/4G. Diese ermöglicht die gleichzeitige Nutzung von zwei SIM-Karten, wobei beide gleichzeitig aktiv sein können — einschließlich mobiler Daten und Anrufe. Der Nutzer kann so beispielsweise über eine SIM-Karte telefonieren und gleichzeitig mobile Daten auf der anderen Karte nutzen.
Obwohl die neuen Snapdragons 4 Gen 5 und 6 Gen 5 eine höhere Grafikleistung, modernere KI-Funktionen oder die Unterstützung von Wi-Fi 7 mit sich bringen, hat Qualcomm bei einigen Parametern überraschenderweise auch Rückschritte gemacht. Und dabei geht es nicht nur um Kleinigkeiten in den technischen Spezifikationen — einige Kompromisse können sich auch bei der täglichen Nutzung der Geräte bemerkbar machen.
Der Snapdragon 6 Gen 5 unterstützt beispielsweise nur USB 2.0 anstelle des schnelleren USB 3.x, das einige Vorgängermodelle boten. In der Praxis bedeutet dies eine langsamere Dateiübertragung zwischen Telefon und Computer oder eingeschränktere Möglichkeiten beim Anschluss eines externen Monitors. Der günstigere Snapdragon 4 Gen 5 hat zudem die Unterstützung für modernere LPDDR5-Speicher verloren und verlässt sich nur auf das ältere LPDDR4X, was sich vor allem beim Multitasking, bei der Arbeit mit KI-Funktionen oder bei anspruchsvollerem Gaming bemerkbar machen kann.
Gleichzeitig betont Qualcomm bei der neuen Generation weniger die reine Prozessorleistung und spricht mehr über schnellere Systemreaktionen oder ein zügigeres Starten von Apps. Der Generationssprung wird sich also wahrscheinlich nicht nur in synthetischen Tests zeigen, sondern vor allem im Gesamteindruck bei der Nutzung. Wie deutlich die Veränderungen durch die neuen Chips tatsächlich ausfallen, werden erst die ersten Mobiltelefone zeigen.