Der Gelenkwinkel ist ein verstellbares Mess- und Zeichenwerkzeug, das aus einem Griff oder Ausleger und einem beweglichen Stahlarm besteht. Die beiden Teile sind durch ein Gelenk mit einem Verriegelungsmechanismus, meist einer Flügelmutter oder Schraube, verbunden. Sein Hauptmerkmal besteht darin, dass es die Einstellung und Fixierung eines völlig beliebigen Winkels ermöglicht, da es im Gegensatz zu herkömmlichen Winkeln keinen festen Anschlag für voreingestellte Werte wie 90° oder 45° hat. Das Haupteinsatzgebiet dieses Werkzeugs ist das Übertragen und Kopieren von Nicht-Standard-Winkeln. Der Arbeitsablauf besteht darin, den Winkel an einem vorhandenen Winkel, z. B. in einer Raumecke oder an einem Werkstück, zu befestigen, den Arm genau darauf einzustellen und dann die Position durch Festziehen der Mutter zu sichern. Der "gesicherte" Winkel kann dann originalgetreu auf ein anderes Material übertragen und nachgezeichnet werden, das genau geschnitten oder anderweitig angepasst werden muss. Es dient also nicht in erster Linie dazu, den Wert des Winkels in Grad zu bestimmen, sondern ihn physisch zu kopieren und zu reproduzieren.