• Rezension
• Autor: Štěpán Lenk
Das Studio Capcom kehrt zu einer seiner erfolgreichsten Spielereihen zurück und bringt uns bereits den sechsten Teil (diverse Spin-offs und Ableger nicht mitgerechnet), in dem wir als Jäger furchtlos gegen Monster aller Art antreten. Wie sich das Action-RPG Monster Hunter Wilds schlägt, erfahrt ihr in unserer Rezension.
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Monster Hunter Wilds führt die Spieler diesmal in die Verbotenen Lande (Forbidden Lands), wo die Jagdgilde nach Spuren einer verschollenen Expedition sucht. Dieses Gebiet ist voller wilder Monster und gilt als unbewohnt. Doch schon bald stößt eine Gruppe von Jägern auf einen verlorenen Jungen namens Nata, der vor einer geheimnisvollen Bestie flieht, die als Weißer Schrecken (White Wraith) bekannt ist. Die Jäger beschließen, sich dem gefährlichen Monster zu stellen, und während ihrer Jagd entdecken sie die Schönheit dieser Länder und ihre Geheimnisse.
Monster Hunter Wilds - Launch Trailer
Quelle: Capcom
Die Monster Hunter-Serie kehrt mit dem neuesten Teil namens Monster Hunter Wilds zurück.
Das ist in Kürze die Rahmenhandlung. In Bezug auf die Story ist Monster Hunter Wilds jedoch mit Sicherheit der am besten ausgearbeitete Teil der Serie – sei es in Bezug auf die Handlung selbst oder ihre Präsentation. Das Spiel ist regelrecht vollgepackt mit Zwischensequenzen und erzählerischen Animationen. Zudem sind erstmals alle Charaktere (einschließlich des eigenen) vollständig vertont, wodurch die Geschichte deutlich zugänglicher und verständlicher wird als in den vorherigen Teilen.
All das funktioniert erstaunlich gut, und so konnte ich eine unterhaltsame Geschichte genießen, die mich nahtlos von einem Monster zum nächsten führte, während sie gleichzeitig die alten Geheimnisse des verbotenen Landes enthüllte. Dank der sympathischen Charaktere (abgesehen von Werner, mit dem ich einfach nicht warm wurde) bietet Monster Hunter Wilds ein gelungenes Abenteuer, das längst nicht mehr nur als Kulisse für die Jagd gefährlicher Monster dient – wie es in der Vergangenheit der Fall war –, sondern als vollwertiges Erlebnis überzeugt.
Spielerisch ändert Monster Hunter Wilds nicht viel, sondern verbessert lediglich die bewährten Mechaniken. Das Kernprinzip bleibt also die Jagd auf übergroße Monster in einer ausgefeilten offenen Welt, die genügend Story-Missionen, Nebenquests und weitere Aktivitäten für Dutzende bis Hunderte von Stunden Spielspaß bietet.
Im Spiel gibt es mehrere Hauptgebiete, zwischen denen man nahtlos wechseln kann. Sie bieten unterschiedliche Landschaften und Klimazonen (ausgedörrte Ödlande, feuchte Dschungel, eisige Klippen, feurige Höhlen…) sowie komplette Ökosysteme mit einzigartiger Fauna und Flora. Und wenn die Monster-Hunter-Reihe eines konstant gut macht, dann ist es die Gestaltung der Landschaft und die Illusion einer echten Natur.
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Die Landschaften und Ökosysteme in Monster Hunter Wilds sind perfekt umgesetzt.
Neben Monstern durchstreifen auch Herden anderer Tiere die Ebenen, Dschungel und Höhlen, während Käfer durch die Luft schwirren – alle Kreaturen existieren scheinbar in einem funktionierenden Ökosystem miteinander. Es kommt nicht selten vor, dass man friedlich durch die Landschaft reist und plötzlich sieht, wie ein hungriges Monster eine friedliche Herde Pflanzenfresser angreift oder zwei Raubtiere aufeinandertreffen und ihr Territorium verteidigen. Darüber hinaus verändert sich die Natur ständig – Trocken- und Regenzeiten wechseln sich ab, Tag und Nacht bringen unterschiedliche Herausforderungen mit sich. Das sorgt für eine abwechslungsreiche Umgebung, die nie langweilig wird. Zudem kann man sich die Natur zunutze machen und natürliche Fallen (Lianen, herabstürzende Felsen, Leuchtkäfer etc.) im Kampf einsetzen.
Und auch wenn Spaziergänge durch die Welt von Monster Hunter Wilds schön und sicherlich förderlich für eure virtuelle Gesundheit sind, kann der Weg von einer Region zur nächsten zu Fuß recht langwierig sein. Natürlich gibt es eine Schnellreisefunktion, aber die ist nicht besonders spannend. Deshalb haben die Entwickler ein vollständig steuerbares Reittier ins Spiel integriert, auf dessen Rücken ihr die Welt erkunden könnt – ähnlich wie Palamute im vorherigen Teil, Monster Hunter Rise.
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Beste Freunde durch dick und dünn: Seikret und der Jäger. Ja, es reimt sich nicht besonders, aber es ist die reine Wahrheit.
In Monster Hunter Wilds wird der gefiederte Dinosaurier Seikret euer bester Freund. Er kann schnell rennen, klettern und sogar für kurze Zeit gleiten. Seikret lässt sich direkt steuern, kann aber auch selbstständig das gejagte Monster verfolgen oder automatisch zu einem festgelegten Ziel laufen – und das alles mit nur einem Tastendruck.
Seikret erweist sich als äußerst vielseitiger Helfer, den ihr oft nutzen werdet. Seine einzige Schwäche ist gelegentlich eine etwas verwirrte Navigation, wenn er auf „Autopilot“ läuft. Manchmal bleibt er stecken und weiß nicht weiter, ein anderes Mal tritt er auf der Stelle, als könne er sich nicht entscheiden, welchen Weg er nehmen soll. Zum Glück sind solche Situationen eher selten, und mit einer kleinen manuellen Korrektur findet Seikret meist schnell wieder auf den richtigen Pfad zurück.
Wie der Name des Spiels bereits andeutet, besteht die Hauptaufgabe darin, riesige Monster zu jagen und sich ihnen von Angesicht zu Angesicht zu stellen. Es gibt eine Vielzahl von Monstern, die großartig und einfallsreich gestaltet sind, und sich mit ihnen in den Kampf zu stürzen, macht einfach riesigen Spaß. Die Kreaturen haben neben ihren einzigartigen und oft skurrilen Erscheinungen natürlich auch unterschiedliche Angriffe, Bewegungen und spezielle Fähigkeiten – einige chrlí oheň, andere setzen Gift ein, wieder andere nutzen sogar die Kraft ihrer eigenen Winde gegen euch… Überraschungen gibt es also mehr als genug.
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Die Monster in Monster Hunter Wilds sind erneut hervorragend gestaltet, und der Kampf gegen sie ist ein echtes Vergnügen.
Wie schon in den vorherigen Teilen der Serie verfügen auch die Monster in Monster Hunter Wilds über keine Gesundheitsanzeige – als echter Jäger müsst ihr ihren Zustand aus ihrem Verhalten und ihrem Erscheinungsbild ablesen. Im Laufe der Kämpfe hinterlassen eure Angriffe Spuren auf ihren schuppigen, pelzigen oder andersartigen Körpern, Verletzungen werden sichtbar, und wenn ein Monster dem Ende nahe ist, beginnt es zum Beispiel zu keuchen und zu hinken. Dies verleiht den Jagdabenteuern eine überraschend authentische Tiefe.
Ich fand es auch erfreulich, dass die Bewegung der Hauptfigur, die in den vorherigen Teilen etwas unbeholfen war, hier deutlich flüssiger und eleganter wirkt – ebenso wie die Animationen der Angriffe, sowohl eurer eigenen als auch der der Monster. Das bedeutet aber nicht, dass ihr plötzlich über den Bildschirm fliegt wie in einem Hack-&-Slash-Titel. In Monster Hunter Wilds schwingt ihr überwiegend zwei Meter lange Klingenwaffen und spürt das Gewicht jedes einzelnen Schlags oder Hiebs. Und wenn ihr trefft, fühlt sich das großartig an – verfehlt ihr jedoch die Distanz und schlagt ins Leere, müsst ihr mit den Konsequenzen leben und akzeptieren, dass die nächsten Sekunden ziemlich schmerzhaft werden.
Bei der Jagd auf Monster habt ihr in der Regel ein Zeitlimit, und es ist ratsam, sich entsprechend vorzubereiten. Das bedeutet, die passende Ausrüstung mitzunehmen, sich vorher gut zu stärken, um passive Boni zu erhalten, und sich mit den Stärken und Schwächen eures Ziels vertraut zu machen, um möglichst effektiv angreifen zu können. Dabei hilft auch die neue Mechanik des Focus Mode erheblich, da sie bereits offene Wunden hervorhebt und euch ermöglicht, gezielt auf diese zu schlagen, um mit dem sogenannten Focus Strike zusätzlichen Schaden zu verursachen.
Der Focus Mode nimmt euch allerdings nichts ab – er zeigt die Wunden lediglich an, doch ob und wie ihr sie trefft (oder ob ihr überhaupt trefft), liegt ganz bei euch. Es handelt sich daher um eine durchaus riskante Technik, doch bei erfolgreicher Ausführung fügt ihr dem Monster erheblichen Schaden zu und bringt es oft sogar zu Fall – ein ungemein befriedigendes Erlebnis. In solchen Momenten versteht ihr, worum es bei der Monsterjagd wirklich geht.
Quelle: eigene
Die Monsterjagd macht Spaß, aber wenn ihr gleich mehrere Exemplare gleichzeitig wütend macht, ist es mit dem Vergnügen schnell vorbei.
In Monster Hunter verbessert ihr euren Charakter ausschließlich über eure Ausrüstung, die ihr jedoch nur aus Materialien herstellen oder aufwerten könnt, die ihr überwiegend von besiegten Monstern oder in der Spielwelt gesammelt habt. Zudem bestimmt das Tier, aus dem ihr eure Ausrüstung fertigt, ihre Eigenschaften und passiven Boni. Wenn ihr beispielsweise einen Hammer mit zusätzlichem Giftschaden haben möchtet, müsst ihr euch ein entsprechendes Tier als Beute aussuchen und euch auf die Jagd begeben.
Abgesehen von den Monstern, die ihr im Rahmen der Hauptstory-Missionen jagt, werdet ihr dem nötigen Grind nicht entkommen. Ihr werdet immer wieder auf die Jagd gehen müssen, um wertvolle Rohstoffe zu sammeln, damit ihr stärkere Ausrüstung erhaltet, um euch noch stärkeren Monstern zu stellen, um noch stärkere Ausrüstung zu bekommen, um euch noch stärkeren Monstern zu stellen… Ihr versteht sicher, worauf es hinausläuft.
All das zusammen ergibt ein wirklich süchtig machendes Gameplay und einen äußerst befriedigenden Kreislauf, bei dem das gute Gefühl, ein starkes Monster erlegt zu haben, sich schon wenige Minuten später in eine reale Verstärkung eures Charakters verwandelt. Zudem zwingt euch niemand, euch von Anfang an für einen bestimmten Spielstil zu entscheiden und dabei zu bleiben. Falls ihr euch – selbst am Ende des Spiels – entscheidet, eine andere Waffe oder Rüstung zu verwenden, könnt ihr euch bei der sympathischen Schmiedin Gemma einfach eine neue Variante anfertigen lassen und diese nach und nach verbessern. Einfach und effektiv.
Quelle: eigene
Um eure Ausrüstung kümmert sich die sympathische Schmiedin Gemma.
In der Karriere eines jeden Jägers kann es jedoch vorkommen, dass sich ein Monster als eine Nummer zu groß erweist… In diesem Fall könnt ihr andere Spieler um Hilfe rufen oder zumindest KI-gesteuerte Kämpfer zu euch holen, mit deren Unterstützung ihr das widerspenstige Biest garantiert zur Strecke bringt. Die Jagdausflüge machen im Team höllisch viel Spaß, und dank der Unterstützung für Cross-Play (zum ersten Mal in der Geschichte der Reihe) könnt ihr mit nahezu jedem auf jeder Plattform spielen – eine fantastische Neuerung.
In Bezug auf die audiovisuelle Gestaltung ist Monster Hunter Wilds eine mehr als zufriedenstellende Angelegenheit. Die Grafik, die auf Capcoms RE Engine läuft, sieht sehr gut aus, das Design der Schauplätze, Charaktere und Monster ist großartig, und es macht einfach Freude, sich durch diese Welt zu bewegen. Eure Reise und Kämpfe werden zudem von fesselnder Orchestermusik begleitet, die das gesamte Erlebnis oft zu einer wahrhaft monumentalen Jagdexkursion erhebt.
Auch der äußerst detaillierte Charaktereditor, der Fotomodus sowie die Möglichkeit, seinen Seikret anzupassen, erfreuen. Andererseits war ich etwas enttäuscht, dass die Benutzeroberfläche und die unzähligen Menüs, die hier etwa in millionenfacher Zahl vorhanden sind, praktisch keinerlei Verbesserungen erfahren haben. Die Navigation durch diese ist nun schon seit mehreren Teilen in Folge ebenso umständlich wie zuvor.
Auch die Kamera hätte etwas Feinschliff verdient, da sie vor allem während der Kämpfe ziemlich unruhig ist – ein fast schon klassisches Problem von 3D-Actionspielen aus der Third-Person-Perspektive. Wenn ihr euch im Nahkampf mit Kreaturen prügelt, die um ein Vielfaches größer sind als ihr selbst, seht ihr manchmal schlichtweg gar nichts vor lauter gigantischen Körpern. So ist es in Spielen oft und wird wohl auch noch eine Weile so bleiben – aber angenehm ist es deshalb noch lange nicht.
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Die Umgebungen in Monster Hunter Wilds sind bis ins kleinste Zweiglein ausgearbeitet.
Wie ihr aus den vorherigen Zeilen sicher herauslesen konntet, ist Monster Hunter Wilds ein weiterer gelungener Eintrag in die Liste dieser beliebten Marke. Die stärkere erzählerische Linie zusammen mit der vollständigen Vertonung aller Charaktere ergänzt die packenden Kämpfe gegen Monster aller Art hervorragend und macht diesen Teil wahrscheinlich zum zugänglichsten der gesamten Serie.
Falls ihr also ein angehender Monsterjäger seid und überlegt, ob ihr Monster Hunter Wilds eine Chance geben solltet, dann zögert nicht und lasst euch auf dem Rücken eures Seikret in verbotene Länder tragen, in denen es an Abenteuern nicht mangelt. Und wenn ihr bereits ein erfahrener Veteran der Serie seid, wisst ihr sowieso genau, worauf ihr euch einlasst – und sitzt längst auf eurem Seikret.
• Quellen: Eigene
Abschließende Bewertung
Diese Rezension wurde auf Basis der PS5-Version des Spiels verfasst. Der Review-Key wurde vom Distributor Cenega bereitgestellt.
Monster Hunter Wilds ist ein weiterer gelungener Teil der immer beliebter werdenden Marke von Capcom. Das Spiel bietet ein unterhaltsames Gameplay, eine abenteuerliche Geschichte, packende Kämpfe gegen Monster und eine detailliert gestaltete offene Welt, in der ihr dutzende Stunden Spaß haben werdet. Dank der vollständigen Vertonung aller Charaktere, der Unterstützung von Cross-Play und sinnvollen Verbesserungen – allen voran das reitbare Mount namens Seikret und die Fokus-Funktion – ist Monster Hunter besser denn je.
Vorteile
Nachteile

Štěpán Lenk
My name is Štěpán Lenk, and video games have been a part of my life ever since I can remember. I thought that I would grow up and would replace the fun with more mature activities, but luckily that didn't happen. My favourite genre is RPG, and I am more interested in gameplay than graphics processing.
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Minimale Systemanforderungen | Empfohlene Systemanforderungen |
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| Betriebssystem | Windows 10 64-bit | Windows 10 64-bit |
| Prozessor | Intel Core i5-10600 | Intel Core i3-12100F | AMD Ryzen 5 3600 | Intel Core i5-11600K | Intel Core i5-12400 | AMD Ryzen 5 3600X | AMD Ryzen 5 5500 |
| Grafikkarte | NVIDIA GeForce GTX 1660 Super, 6 GB | AMD Radeon RX 5600 XT, 6 GB | NVIDIA GeForce RTX 2070 Super, 8 GB | NVIDIA GeForce RTX 4060, 8 GB | AMD Radeon RX 6700XT, 12 GB |
| DirectX | DirectX 12.0 | DirectX 12.0 |
| Arbeitsspeicher | 16 GB | 16 GB |
| Festplattenspeicher | 140 GB SSD | 140 GB SSD |
• Quelle: Steam (10. 1. 2025)