Die radikalen Designs von Clive Sinclair setzten sich in Schulen nicht durch, da diese traditionellere, wenn auch teurere Geräte bevorzugten, jedoch fanden sie Anklang bei Hardwareherstellern. Diese wussten, dass das Zeitalter der 16- und 32-Bit-Computer bevorstand, die zunehmend komplexer und deren Software ebenfalls komplexer und teurer werden würde. Dieser Trend war bereits in der ersten Hälfte der 80er Jahre zu erkennen, aber zu dieser Zeit dachten die Hardwarehersteller darüber nach, dass für Kinder eine weniger anspruchsvolle und damit kostengünstigere Hardware ausreichen würde.
Einer der ersten Computer, die speziell für Bildungszwecke vereinfacht wurden, war der IBM PCjr (1984). Im Gegensatz zum modularen IBM PC, das für den professionellen Einsatz konzipiert war, hatte dieser Computer einen begrenzten Arbeitsspeicher von 64 oder 128 KB, was für die meisten Anwendungen kaum ausreichend war. Der Computer verfügte über zwei Steckplätze für Programmkassetten, verbesserte Grafik- und Soundfunktionen – und überraschenderweise auch eine drahtlose Tastatur. Diese nutzte eine Infrarotübertragung, jedoch störten sich die Computer gegenseitig, da alle denselben Übertragungsweg nutzten.
Während der IBM PC ein kommerzieller Erfolg war, erwies sich die „Kinder-Version“ PCjr als großes Fiasko. Es war jedoch nicht das einzige Mal, dass der Versuch, einen vereinfachten Computer durchzusetzen, erfolglos blieb. Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre versuchten viele Hersteller, das Potenzial der allmählich auslaufenden 8-Bit-Computer zu nutzen, und es entstand eine Vielzahl an Lerncomputern, die Lernanwendungen sowie einfache Programme zur Grafik- und Textbearbeitung boten.
Es handelte sich um sehr preisgünstige Geräte mit einem großen ROM-Speicher, der eine Vielzahl an Anwendungen integrierte, was schnelles Starten und einfaches Umschalten zwischen Anwendungen ermöglichte. Typischerweise konnte man einen Drucker anschließen, sodass Kinder ihre Aufgaben erstellen und drucken konnten, jedoch waren es ansonsten geschlossene und sehr limitierte Systeme, für die nur wenige Anwendungen von Drittanbietern entwickelt wurden.
Ein weiterer Typ vereinfachter Computer, der zu dieser Zeit auftauchte, waren tragbare Textverarbeitungsgeräte wie das Amstrad NC100 (1992). Dabei handelte es sich um ungewöhnliche Notebooks, die aus günstigen und sparsamen Komponenten bestanden, aber 8-Bit-Prozessoren und einen sehr begrenzten Speicher nutzten. Diese Computer waren typischerweise im A4-Format, wogen etwa ein Kilogramm, verwendeten AA-Batterien und die Datenübertragung erfolgte über eine serielle Schnittstelle.
In gewisser Weise handelte es sich nicht um eigenständige Computer – sie dienten zum Übertragen und Schreiben von Texten unterwegs, mussten jedoch zu Hause an einen vollwertigen Computer angeschlossen werden, um die Dokumente über die serielle Schnittstelle zum Drucken oder Weiterverarbeiten zu übertragen. Die Grundidee war, dass diese Geräte den Hauptcomputer lediglich ergänzen und nicht eigenständig genutzt werden sollten – eine brillante, aber gleichzeitig verfrühte Idee.
Heute ist es völlig normal, dass Nutzer mehrere Computer besitzen oder ein Tablet oder Handy als Zweitgerät nutzen, z.B. um Videos zu schauen. Anfang der 90er Jahre war dieses Konzept jedoch revolutionär – und vielleicht etwas zu früh. Auch bei diesen frühen Computern gab es viele Designideen, die später in modernen Geräten Anwendung fanden. Trotz ihres kommerziellen Misserfolgs brachten sie technologischen Fortschritt.