• Autor: Jan Vavřík
Es ist so weit – die Marke LG wird sich in der Mobilfunkwelt nicht einmal mehr eine Bank auf dem Bahnsteig reservieren. Am 30. Juni 2025 endete auch der letzte Rest an Softwarepflege. Keine neuen Updates, keine Verbesserungen, nur ein leises Piepen und Lebewohl. Ihr LG-Mobiltelefon wechselt damit in die Kategorie „Veteran mit Seele“ – wie ein altes Radio, das nur noch einen Sender spielt, aber mit Stil. Das Unternehmen, das einst mit Displays experimentierte und mutige Ideen hatte, nimmt nun endgültig den Mantel und verlässt leise den Hinterausgang. Es ist keine Tragödie – eher ein stiller Abschied mit einer Prise Melancholie und der Erinnerung an Zeiten, als das Telefon auch originell sein konnte.
Lange Zeit schien es, als wäre LG zwar aus den Schaufenstern verschwunden, aber seinen alten Telefonen wurde gelegentlich noch ein digitales Streicheln geschenkt – mal wurde heimlich ein Fehler behoben, mal ein Update geliefert. Doch auch diese versteckte Fürsorge hat nun ein Ende. Am 30. Juni 2025 stoppte alles – keine weiteren Aktualisierungen, keine Reparaturen, keine leisen Eingriffe aus dem Hintergrund.
Telefone der Marke LG leuchten, vibrieren und wirken nach außen hin funktionstüchtig, aber tief im Inneren wissen sie, dass sie nun ohne Unterstützung sind. Wenn Sie noch ein solches Gerät in der Tasche tragen, ist es eigentlich ein Souvenir oder ein Retro-Stück. Es ist, als hätte man einen digitalen Kalender aus dem Vorjahr zu Hause – er zeigt noch Zahlen an, aber die Welt ist weitergezogen. Und ohne Sicherheitsupdates bleibt das Handy offen wie eine Hütte ohne Tür – es lädt Viren, Fehler und digitale Unannehmlichkeiten ein. So gut es noch fotografiert, um den Schutz muss es sich nun selbst kümmern.
Halten Sie noch ein altes LG-Telefon in der Hand? Dann ist es Zeit zu handeln und nicht zu träumen! Erinnerungen retten Ihre Daten nicht! Der Support ist beendet – und das bedeutet: Ihr Handy erhält keine Updates oder Sicherheits-Patches mehr. Der erste Schritt sollte die Sicherung aller wichtigen Daten sein. Verschieben Sie Fotos in die Cloud, speichern Sie Kontakte, exportieren Sie Notizen. Falls Sie keinen automatischen Backup-Dienst nutzen, empfehlen wir, das Handy mit dem Computer zu verbinden und die Dateien manuell zu übertragen – oder eine bewährte App wie Google Drive, Dropbox oder OneDrive zu nutzen.
Seien Sie bei der Installation neuer Apps vorsichtig – ohne regelmäßige Updates ist Ihr System anfälliger als je zuvor. Meiden Sie unbekannte Quellen und laden Sie am besten nichts außerhalb des offiziellen Stores herunter. Vermeiden Sie möglichst das Ausprobieren unnötiger Neuheiten, die Ihr Gerät gefährden könnten.
Wenn Sie sicherstellen möchten, dass Ihre Daten und die tägliche Nutzung geschützt bleiben, sollten Sie sich nach einem neuen Handy umsehen. Es muss kein Topmodell sein – Hauptsache, es bietet aktuelle Sicherheit und Support. Das alte LG können Sie gerne weiterverwenden – etwa als Ersatzhandy oder smarten Wecker.
Die Marke LG hat sich in die Geschichte der Smartphones als Innovator eingetragen, der keine Angst vor Risiken hatte und mit ungewöhnlichen Lösungen aufwartete. Auch wenn der kommerzielle Erfolg nicht immer gegeben war, waren Mut und technologische Vision unbestritten. Drei Modelle zeigen, dass LG eigene Wege ging – das LG G Flex (2013) mit gebogenem Gehäuse und selbstheilender Rückseite, das LG G5 (2016) als modulares Experiment und das LG Wing (2020), das den Bildschirm und die Multitasking-Regeln drehte.
Das Telefon LG G Flex (2013) war das erste Smartphone mit stark gebogenem Gehäuse und flexiblem OLED-Display, das sich beim Telefonieren der Gesichtsform anpasste. Beeindruckend war auch die Rückseite aus Material, das kleine Kratzer „heilen“ konnte. Ein mutiges Experiment, das den Weg für spätere flexible Displays ebnete.
Das Gerät LG G5 (2016) bot eine modulare Bauweise, bei der sich die Unterseite des Telefons gegen Zusatzmodule – zum Beispiel einen Foto-Griff oder einen Audio-DAC – austauschen ließ. Außerdem hatte es zwei rückwärtige Kameras, ein Always-On-Display und als eines der ersten LG-Modelle USB-C. Ein mutiges Konzept, das sich jedoch am Markt nicht durchsetzen konnte.
Das Modell LG Wing (2020) brachte ein drehbares Hauptdisplay, unter dem sich ein zweites verbarg. Nutzer konnten so ein Video ansehen und gleichzeitig schreiben oder eine andere App bedienen. Der spezielle Gimbal-Modus ermöglichte stabile Videoaufnahmen ohne Zubehör. Ein Handy, das definitiv herausstach – im wahrsten Sinne des Wortes.
Wenn Sie mit uns gemeinsam auf die besten Mobiltelefone von LG zurückblicken möchten, die oft mit revolutionären Lösungen kamen, klicken Sie auf die Infobox unten.
LG war einer der wenigen Hersteller, die keine Angst vor Experimenten hatten. Zu einer Zeit, als die meisten Hersteller nur das weiterentwickelten, was bereits funktionierte, suchte LG nach völlig neuen Wegen. Die Mobilfunksparte konnte dem Marktdruck und der Konkurrenz jedoch letztlich nicht standhalten. Im Jahr 2021 wurde das Ende der Handy-Produktion bekanntgegeben und zum 30. Juni 2025 endet auch jeglicher Software-Support. Für viele Nutzer verschwindet damit nicht nur eine Marke, sondern auch ein Stück einer Ära, in der es noch sinnvoll war, anders zu sein.
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LG hat die Mobilfunkszene nach Jahren finanzieller Verluste verlassen, als Innovationen den rückläufigen Absatz nicht mehr ausgleichen konnten. Die Marke bot zwar mutige Ideen, konnte jedoch nicht mit der aggressiven Konkurrenz mithalten. Die Produktion endete 2021 und am 30. Juni 2025 verabschiedet sich LG auch von der Software-Unterstützung. Ein stiller Abschied von einem Hersteller, der auf Originalität setzte – doch die Kunden bevorzugten Sicherheit.