• Autor: Adam Růžička
Garmin hat soeben die neue Generation seiner Premium-Sportuhren mit der Bezeichnung Garmin fenix 9 und fenix 9 Pro vorgestellt. Rund zwei Jahre nach der vorherigen Generation hat sich der Hersteller vor allem auf eine detailliertere Leistungsanalyse, neue Sportfunktionen und weitere Möglichkeiten zur Arbeit mit den gesammelten Daten konzentriert. Die Änderungen machen dabei auch vor der Hardware, der Akkulaufzeit oder dem Kartenmaterial nicht Halt. Was hat Garmin alles für die neue Generation vorbereitet?
In puncto Design entfernen sich die Garmin fenix 9 und fenix 9 Pro nicht allzu weit von der vorherigen Generation. Die Konstruktion bleibt auf den ersten Blick sehr ähnlich, die größere Neuerung stellen somit vor allem die verfügbaren Größen dar. Während die Garmin fenix 8 in den Varianten 47 und 51 mm erhältlich war, kommt die Garmin fenix 9 Pro nun auch in der Größe 43 mm auf den Markt. Die kleinere Variante könnte vor allem für Nutzer mit schmaleren Handgelenken eine willkommene Wahl sein. Diese müssen sich so nicht mehr nur zwischen den größeren Modellen entscheiden und können zu einer Uhr greifen, die ihnen einen bequemeren Sitz am Arm bieten sollte. Die klassische Garmin fenix 9 wird dabei alle drei Größen anbieten, also 43, 47 und 51 mm.
Zur Grundausstattung soll ein Silikonarmband gehören. Garmin dürfte gleichzeitig weitere Varianten in Stoffausführung anbieten, wobei verschiedene Farben und Größen zur Verfügung stehen sollen. Es muss jedoch damit gerechnet werden, dass die einzelnen Farbvarianten nicht in allen Abmessungen erhältlich sind.
Der Hersteller hat sich auch auf die Hardware-Seite der Uhren konzentriert. Die Garmin fenix 9 soll eine höhere Speicherkapazität und ein Saphirglas bieten. Die Konstruktion des Basismodells soll zudem durch die Verwendung von Kohlefasern verstärkt werden. Eine noch deutlichere Änderung bringt die fenix 9 Pro mit sich. Diese soll die überhaupt erste Generation der fenix-Reihe sein, die ein Titangehäuse bietet. Das hochwertigere Material könnte so nicht nur zur Widerstandsfähigkeit, sondern auch zur allgemeinen Verarbeitungsqualität der Uhr beitragen.
Die Wasserdichtigkeit soll laut Hersteller einen Wert von 10 ATM erreichen, wobei die Uhren auch für das Tauchen in Tiefen bereit sein sollen, die der Zertifizierung 4 ATM entsprechen.
Eine kleine, aber recht interessante Änderung soll auch die integrierte Taschenlampe sein. Während die Garmin fenix 9 weißes und rotes Licht bieten soll, wird die Pro-Version noch eine dritte Variante in Form von grünem Licht hinzufügen. Die grüne LED kann in Situationen Anwendung finden, in denen es nicht erwünscht ist, klassisches weißes Licht zu verwenden, oder dort, wo der Nutzer eine bessere Anpassung der Augen an die Dunkelheit beibehalten muss. Im Rahmen der Gesamtausstattung handelt es sich zwar um eine kleinere Neuerung, für einige Nutzer kann sie jedoch eine praktische Ergänzung sein.
Eine der wichtigen Eigenschaften der Sportuhren von Garmin ist traditionell die Akkulaufzeit, und auch die Garmin fenix 9 soll in dieser Hinsicht nicht zurückbleiben. Je nach Größe versprechen die Uhren bis zu 10 Tage bei der 43-mm-Variante, 16 Tage beim 47-mm-Modell und bis zu 29 Tage bei der größten 51-mm-Ausführung.
Die Garmin fenix 9 Pro soll in dieser Hinsicht noch etwas weiter sein. Bei den einzelnen Größen gibt der Hersteller bis zu 10, 18 und 31 Tage an, wiederum abhängig von den Abmessungen der Uhr. Die tatsächliche Laufzeit wird natürlich von der Art der Nutzung, den aktivierten Funktionen und vor allem der Intensität der Sport- und Gesundheitsmessungen abhängen.
Einen bedeutenden Teil der Neuerungen stellen die Sportfunktionen dar. Garmin hat sich dieses Mal vor allem auf eine detailliertere Überwachung von Fitness und Ausdauer konzentriert. Die Garmin fenix 9 und fenix 9 Pro sollen beispielsweise eine Ausdauerkurve, Ausdauerzonen und den Ausdauernutzen bieten.
Diese Daten dienen dazu, dem Nutzer eine bessere Vorstellung davon zu geben, wie lange und in welchem Tempo er bei einer bestimmten Intensität weitermachen kann. Die Uhren sollen dabei von der Auswertung der aktuellen Leistungsfähigkeit und der bisherigen Trainingshistorie ausgehen. Eine nützliche Ergänzung können auch Diagramme werden, die den Einfluss einzelner Aktivitäten auf Veränderungen der Fitness anzeigen. Der Sportler kann so besser verfolgen, welche Trainings den größten Einfluss auf seine Leistung hatten und wie sich seine Form allmählich entwickelt.
Die Neuerungen beschränken sich nicht nur auf allgemeine Statistiken. Läufer sollen die Funktion Rolling Pace erhalten, die das durchschnittliche Tempo auf verschiedenen Distanzen anzeigen soll. Garmin rechnet gleichzeitig mit der Auswertung des Tempos auf ebener Strecke und dessen anschließender Nutzung zur Schätzung des Tempos bei unterschiedlicher Geländeneigung. Anpassungen soll auch das Rudern erfahren, allerdings ist die Funktion in diesem Fall an Daten von Concept2 PM5-Trainingsgeräten gebunden. Erwähnenswert ist auch das Rucking, also das Gehen oder Laufen mit Gewichten. Der Nutzer soll die Möglichkeit haben, während der Aktivität das Gewicht der getragenen Last zu ändern, und die fenix 9 unterteilt die Aktivität anschließend nach den einzelnen Abschnitten und der verwendeten Belastung.
Die Uhren sollen gleichzeitig die aktiven verbrannten Kalorien berechnen, und das bei einer Belastung von bis zu 100 kg. Für diejenigen, die eine ähnliche Art von Training regelmäßig einbauen, kann dies also eine recht interessante Möglichkeit sein, einen detaillierteren Überblick über die Intensität der Aktivität zu erhalten.
Die Änderungen betreffen auch den Kartenbereich. Garmin verspricht eine schnellere, reibungslosere und intuitivere Arbeit mit Karten, was sich beispielsweise beim Vergrößern und Verkleinern bemerkbar machen sollte. Auch die Übergänge zwischen den einzelnen Zoomstufen können zügiger werden. Beim Drehen der Uhr sollte sich die Karte genauer nach dem Kompass ausrichten, und beim Scrollen mit dem Finger soll die Bewegung flüssiger sein.
Aufmerksamkeit verdient auch die perspektivische Ansicht. Die geneigte Darstellung soll einen besseren Überblick über das umliegende Gelände und seine Details bieten, was vor allem beim Wandern, Laufen oder anderen Aktivitäten außerhalb der Stadt nützlich sein kann.
Die Garmin fenix 9 und fenix 9 Pro könnten auch eine Verknüpfung der LiveTrack-Funktion mit der Messenger-App bieten. Nutzer sollen so eine weitere Möglichkeit erhalten, ihren aktuellen Standort mit anderen zu teilen. Bei Outdoor-Aktivitäten kann eine ähnliche Funktion vor allem aus sicherheitstechnischer Sicht sinnvoll sein. Familie oder Freunde können so einen besseren Überblick darüber haben, wo Sie sich gerade befinden.
Eine Neuerung soll auch Garmin EPIC sein. Dessen Ziel soll es sein, eine größere Menge an aufgezeichneten Aktivitäten und Gesundheitsdaten in einer Übersicht zusammenzufassen. Für den Zugriff auf diese Daten wird wahrscheinlich die Garmin Connect App benötigt.
Vorstellen kann man sich beispielsweise einen einwöchigen Ausflug, währenddessen Sie mit der Garmin fenix 9 jeden Tag laufen gehen oder sich anderen Aktivitäten widmen. Die einzelnen Tage sollten sich anschließend zu einem EPIC verbinden, der einen zusammenfassenden Blick auf die gesamte Reise bietet.
Neben den eigentlichen Sportdaten sollten hier auch Informationen über den Schlaf, die Trainingsbereitschaft, die Trainingsbelastung, den Ausdauerwert oder das Radfahr-Niveau verfügbar sein. Allem Anschein nach lassen sich auch Fotos und Notizen hinzufügen, sodass das Ergebnis nicht nur eine statistische Übersicht, sondern auch eine Art digitale Aufzeichnung der gesamten Expedition sein kann.
Persönlich hat mich jedoch die Funktion Archery X am meisten fasziniert. Diese ist direkt auf Bogenschützen ausgerichtet und soll recht detaillierte Analysewerkzeuge bieten. Die Garmin fenix 9 und fenix 9 Pro sollen beispielsweise in der Lage sein, die Armstabilität, Zielmuster oder das Körperverhalten in den letzten Momenten vor dem Schuss zu überwachen. Dazu soll auch das automatische Zählen der abgeschossenen Pfeile und das Aufzeichnen der einzelnen Phasen vor dem eigentlichen Loslassen gehören.
Die Uhren versprechen beispielsweise, die Gesamtzeit des Ziehens, des Zielens und des eigentlichen Schusses zu unterscheiden. Während des Zielens sollen sie zudem die Bahn des Zielpunktes ganz am Ende des Zielvorgangs anzeigen. Das ideale Ergebnis sollte dabei eine größtmögliche Stabilität des Zielpunktes kurz vor dem Loslassen des Pfeils sein.
Für den normalen Nutzer handelt es sich natürlich um eine sehr spezifische Funktion, aber gerade an einem solchen Beispiel lässt sich gut erkennen, wie weit die Überwachung der sportlichen Leistung gehen kann.
Die Garmin fenix 9 und fenix 9 Pro wirken nicht wie Uhren, die versuchen würden, die vorherige Generation von Grund auf umzukrempeln. Stattdessen fügt der Hersteller eine Reihe neuer Funktionen hinzu und erweitert schrittweise die Möglichkeiten, wie sportliche Leistung, Fitness und Gesundheitsdaten ausgewertet werden können.
Der Wechsel zur neuen Generation kann somit vor allem für Spitzensportler, Outdoor-Enthusiasten und Nutzer sinnvoll sein, die aus dem Training eine möglichst detaillierte Analyse ihrer Leistungen gewinnen möchten. Für Besitzer der Garmin fenix 8 ist es schon etwas komplizierter. Wenn Sie bestimmte Neuerungen reizen (beispielsweise Archery X, Garmin EPIC oder eine fortschrittlichere Auswertung der Ausdauer) und Sie dafür Verwendung finden, wird es ein sehr interessantes Upgrade sein.
Wenn Sie jedoch all diese Funktionen nicht in vollem Umfang nutzen können, gibt es möglicherweise keinen Grund für ein sofortiges Upgrade. In einem solchen Fall würden wir noch auf Erfahrungen aus der realen Nutzung warten und darauf, wie deutlich der Nutzen der einzelnen Verbesserungen im täglichen Betrieb tatsächlich sein wird.