Die Lokalisierung der Fehlerstelle mithilfe der TDR-Technologie ermöglicht es, genau zu bestimmen, in welcher Entfernung vom Messgerät sich ein Problem im Kabel befindet – etwa eine Unterbrechung, ein Kurzschluss oder eine andere Beschädigung. Das Prinzip dieser Methode lässt sich mit der Entfernungsmessung per Echo vergleichen. Der Tester sendet einen kurzen elektrischen Impuls in das Kabel. Trifft dieses Signal unterwegs auf eine Anomalie, die die elektrischen Eigenschaften des Kabels verändert, wird ein Teil des Signals an dieser Stelle reflektiert und kehrt zum Messgerät zurück. Die Abkürzung TDR steht für „Time Domain Reflectometry“, was übersetzt „Zeitbereichsreflektometrie“ bedeutet, und beschreibt genau die Methode der Zeitmessung zwischen dem Aussenden des Impulses und dem Empfang seiner Reflexion. Da das Messgerät die Geschwindigkeit kennt, mit der sich das Signal im jeweiligen Kabeltyp ausbreitet, kann es aus dieser Zeit die Entfernung zur Störstelle präzise berechnen. Das Ergebnis ist ein konkreter Wert in Metern, der dem Techniker zeigt, wo genau das Problem liegt – besonders nützlich bei langen oder schwer zugänglichen Kabeltrassen.