Die Übersprechungsdetektion, auf Englisch „crosstalk“, ist eine Funktion eines Messgeräts, die das Maß an unerwünschten Störungen zwischen den einzelnen Adernpaaren in einem Datenkabel ermittelt. Man kann sich ein Datenkabel wie ein Bündel mehrerer separater Kommunikationskanäle vorstellen. Übersprechen tritt auf, wenn sich ein Signal aus einem Kanal teilweise und unbeabsichtigt in einen benachbarten Kanal überträgt und dessen ursprüngliches Signal stört. Jeder Leiter, durch den ein elektrisches Signal fließt, erzeugt ein schwaches elektromagnetisches Feld um sich herum. Befinden sich die Leiter – wie in Datenkabeln – dicht nebeneinander, beeinflussen sich diese Felder gegenseitig. Diese Störungen können die übertragenen Daten beschädigen, was zu Fehlern und der Notwendigkeit einer erneuten Übertragung führt. Das Ergebnis ist eine Verringerung der tatsächlichen Übertragungsgeschwindigkeit des Netzwerks. Ein Kabeltester mit dieser Funktion misst, wie stark diese Störung ist. Üblicherweise werden zwei Hauptarten unterschieden. Die erste ist „NEXT“ (Near-End Crosstalk), also Übersprechen, das am selben Kabelende gemessen wird, von dem das Testsignal ausgesendet wird. Dies ist ein kritischer Parameter, da die Störung hier am stärksten ist. Die zweite Art ist „FEXT“ (Far-End Crosstalk), das am gegenüberliegenden Kabelende gemessen wird. Das Messergebnis ist ein Wert, meist in Dezibel (dB) angegeben, der zeigt, wie viel stärker das Nutzsignal im Vergleich zum unerwünschten Übersprechen ist. Grundsatz: Je höher der Wert in dB, desto besser die Qualität des Kabels, da die Störungsrate geringer ist. Die Messung des Übersprechens dient zur Überprüfung, ob die Verkabelung die Normen der jeweiligen Kategorie, beispielsweise Cat6 oder Cat6a, erfüllt und bei den gewünschten Geschwindigkeiten zuverlässig funktioniert.