• Autor: Ondřej Chabr
Die diesjährige Smartphone-Generation von Google bringt keine Revolution, dafür aber mehrere praktische Verbesserungen. An der Spitze der klassischen Modellreihe stehen das Google Pixel 11 Pro und das Google Pixel 11 Pro XL. Bei Konstruktion, Leistung und Kameras sind sich beide Modelle sehr ähnlich, die XL-Version bietet jedoch ein größeres Display und eine höhere Akkukapazität. Google hat zugleich die Kameras und das kabellose Laden verbessert und die HiLight-Lichtsignalisierung hinzugefügt. Was hat sich gegenüber den Pixel 10 Pro-Modellen alles geändert?
Die neue Google Pixel 11-Reihe kommt in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt, wenn zahlreiche bedeutende Hersteller ihre Flaggschiffmodelle bereits im Handel haben. Google muss daher eine Ausstattung bieten, die nicht nur gegen die aktuelle Konkurrenz, sondern auch gegen angekündigte Neuheiten bestehen kann. Die klassische Reihe besteht aus drei Smartphones – dem Basismodell Pixel 11 sowie den besser ausgestatteten Modellen Pixel 11 Pro und Pixel 11 Pro XL. Zusätzlich hat Google separat noch das faltbare Pixel 11 Pro Fold vorgestellt.
Das Basismodell Google Pixel 11 rückt mit einem modernen Prozessor und drei rückseitigen Kameras näher an die besser ausgestatteten Varianten heran. Die Pro-Modelle behalten jedoch mehrere Vorteile. Sie bieten schärfere und hellere LTPO-OLED-Displays, ein fortschrittlicheres Kamerasystem, bei höheren Speicherkapazitäten mehr Arbeitsspeicher sowie die HiLight-Lichtsignalisierung. Das Pixel 11 Pro XL ergänzt dies um einen größeren Bildschirm, eine höhere Akkukapazität und schnelleres kabelgebundenes Laden.
Die Konstruktion beider Modelle wirkt aufgrund der verwendeten Materialien sehr robust. Vorder- und Rückseite bestehen aus Gorilla Glass Victus 2 und werden von einem Aluminiumrahmen eingefasst, wobei das Display eine neue Oberflächenbehandlung erhalten hat, die im Vergleich zur vorherigen Generation mehr als doppelt so kratzfest sein soll. Der Kamerabuckel ragt weiterhin leicht über die Rückseite hinaus, Google hat seine Dicke jedoch reduziert. Auch die Schutzart IP68 ist vorhanden und erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Staub und Wasser. Das Smartphone ist jedoch nicht vollständig wasserdicht und die Widerstandsfähigkeit kann mit der Zeit nachlassen.
Die neuen Modelle sind in vier Farbtönen erhältlich – Schwarz als Obsidian, Rosa als Canyon, Blaugrün als Fog und Dunkelgrün als Olive. Es handelt sich um recht ungewöhnliche Farben, die nicht jedem gefallen müssen. Auch der polierte Aluminiumrahmen ist farblich darauf abgestimmt. Nur die schwarze Variante Obsidian verwendet eine matte Oberflächenbehandlung. Auf der rechten Seite befinden sich die Lautstärketasten und die Ein-/Aus-Taste.
Auf der Rückseite der Pixel 11 Pro-Modelle befindet sich im Bereich der Blitz-LED außerdem die HiLight-Lichtsignalisierung. Mit farbigem Licht und verschiedenen Mustern weist sie beispielsweise auf einen eingehenden Anruf eines ausgewählten Kontakts oder auf die einzelnen Phasen der Kommunikation mit dem Gemini-Assistenten hin. Die Funktion ist vor allem für Situationen gedacht, in denen das Smartphone mit dem Display nach unten liegt. Google plant zugleich, ihre Möglichkeiten schrittweise zu erweitern.
Google bezeichnet die Displays der Pixel 11 Pro-Modelle als Super Actua. Das kleinere Modell verfügt über ein 6,3"-Panel, während das Pixel 11 Pro XL eine Diagonale von 6,8" bietet. Auflösung und Bildwiederholfrequenz ändern sich gegenüber der vorherigen Generation nicht wesentlich, die maximale Helligkeit ist jedoch auf bis zu 3.600 Nits gestiegen. Dies ist ein Spitzenwert, der nur auf einem kleinen Bereich des Bildschirms erreicht werden kann, sollte aber vor allem bei der Nutzung des Smartphones im Freien helfen.
In beiden Fällen handelt es sich um LTPO-OLED-Panels mit HDR-Unterstützung und einer adaptiven Bildwiederholfrequenz von 1 bis 120 Hz. In der kreisförmigen Aussparung befindet sich eine 42-Mpx-Selfie-Kamera mit Autofokus, die auch zum Entsperren des Smartphones per Gesichtserkennung dient.
Für die Leistung der gesamten Pixel-11-Reihe sorgt der neue Google Tensor G6-Prozessor, ergänzt durch den Sicherheits-Coprozessor Titan M3. Google gibt im Vergleich zum Tensor G5 ein um 25 % schnelleres Surfen im Web und einen um 15 % zügigeren Start von Apps an. Ein deutlicherer Fortschritt soll bei der Arbeit mit künstlicher Intelligenz erfolgen: Direkt auf dem Smartphone verarbeitete Aufgaben sollen bis zu 3,5× schneller und zugleich energieeffizienter sein.
Pixel 11 Pro und 11 Pro XL starten mit 256 GB Speicher und 12 GB RAM. Die Varianten mit 512 GB und 1 TB Speicher bieten bereits 16 GB Arbeitsspeicher. Bei den höheren Kapazitäten verwendet Google die Zoned-UFS-Technologie, die die Arbeit mit Daten beschleunigen soll.
Die Smartphones werden mit dem Betriebssystem Android 17 ausgeliefert und Google verspricht sieben Jahre lang Systemupdates, Sicherheitskorrekturen und neue Pixel-Drop-Funktionen. Zur Benutzeroberfläche gehören Gemini Intelligence und die Funktion Rambler, die bei unterstützten Sprachen bei der Umwandlung von Sprache in Text Füllwörter entfernen, die Zeichensetzung anpassen und den resultierenden Text glätten kann. Deutsch gehört zu den aktuell von Rambler unterstützten Sprachen. Quick Share ermöglicht außerdem den Austausch von Dateien mit kompatiblen Geräten, die AirDrop verwenden.
Die Akkukapazitäten sind gegenüber der vorherigen Generation leicht gesunken. Das Pixel 11 Pro bietet 4.850 mAh, während das größere Pixel 11 Pro XL einen 5.115-mAh-Akku erhalten hat. Das kleinere Modell unterstützt das Laden mit einem 30-W-Adapter, die XL-Version kann einen 45-W-Adapter nutzen. Google gibt eine Aufladung auf etwa 55 beziehungsweise 75 % innerhalb von 30 Minuten an.
Beide Smartphones unterstützen magnetisches kabelloses Pixelsnap-Laden nach dem Qi2.2-Standard mit einer Leistung von bis zu 25 W. Gerade beim kleineren Pixel 11 Pro ist dies gegenüber der vorherigen Generation eine Steigerung von 15 auf 25 W. Die Leistungen beim kabelgebundenen Laden bleiben im Vergleich zu einigen Konkurrenz-Smartphones eher konservativ.
Der Kamerabuckel auf der Rückseite verbirgt auf den ersten Blick eine ähnliche Ausstattung wie die vorherige Generation. Auflösung und Lichtstärke haben sich nicht wesentlich verändert, Google setzt jedoch einen neuen Hauptsensor und ein überarbeitetes Teleobjektiv ein. Die Hauptkamera bietet 50 Mpx, die Ultraweitwinkelkamera 48 Mpx und das 48-Mpx-Teleobjektiv ermöglicht eine 5-fache optische Vergrößerung. Die Hauptkamera und das Teleobjektiv unterstützen eine optische Bildstabilisierung.
Das Teleobjektiv verwendet einen größeren Sensor mit einer um 30 % höheren Lichtempfindlichkeit. Die Smartphones bieten Bildqualität auf optischem Niveau bei 10-facher Vergrößerung und mithilfe von Rechenmodellen außerdem bis zu 120-fachen Pro Zoom. Der neue Bildprozessor soll zugleich das Aufnehmen von Fotos im Night-Sight-Modus um bis zu 4,5× beschleunigen.
Die Funktion Magic Capture zeichnet mit einem einzigen Tastendruck ein Video auf und wählt gleichzeitig aus ungefähr 400 Aufnahmen gelungene 12-Mpx-Fotos aus. Sie kann diese automatisch zuschneiden, nachschärfen und für das Teilen vorbereiten. Videos lassen sich mithilfe der Funktion Video Boost mit bis zu 8K bei 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen, auch der neue Modus Pro Stable Video ist vorhanden.
Die Google Pixel 11 Pro-Smartphones gehören bei Ausstattung und Preis zur Spitzenklasse. Das kleinere Modell in der Variante 12 / 256 GB startet bei 1.199 €, das größere Pixel 11 Pro XL mit derselben Kapazität kostet ab 1.389 €. Damit konkurrieren die Neuheiten beispielsweise mit der Samsung Galaxy S26-Reihe oder dem iPhone 17 Pro. Die Vorbestellungen laufen seit dem 12. August, der Verkauf beginnt am 20. August 2026.
| Parameter/Modell | Google Pixel 11 Pro / 11 Pro XL | Google Pixel 10 Pro / 10 Pro XL |
|---|---|---|
| Display | Diagonale: 6,3" / 6,8" | Diagonale: 6,3" / 6,8" |
| Auflösung: 2 856 × 1 280 px, 495 ppi 2 992 × 1 344 px, 486 ppi |
Auflösung: 2 856 × 1 280 px, 495 ppi 2 992 × 1 344 px, 486 ppi |
|
| Typ: LTPO OLED | Typ: LTPO OLED | |
| Bildwiederholfrequenz: 1–120 Hz | Bildwiederholfrequenz: 1–120 Hz | |
| Schutz: Gorilla Glass Victus 2 mit kratzfester Oberflächenbehandlung | Schutz: Gorilla Glass Victus 2 | |
| Rückkameras | Hauptkamera: 50 Mpx, f/1,68, OIS | Hauptkamera: 50 Mpx, f/1,68, OIS |
| Ultraweitwinkel: 48 Mpx, f/1,7 | Ultraweitwinkel: 48 Mpx, f/1,7 | |
| Teleobjektiv: 48 Mpx, f/2,8, OIS, 5× optischer Zoom | Teleobjektiv: 48 Mpx, f/2,8, OIS, 5× optischer Zoom | |
| Frontkamera | 42 Mpx, f/2,2, Autofokus | 42 Mpx, f/2,2, Autofokus |
| Chipsatz | Google Tensor G6, Titan M3 | Google Tensor G5, Titan M2 |
| RAM | 12 GB (256 GB) / 16 GB (512 GB und 1 TB) | 16 GB |
| Interner Speicher | 256 / 512 GB / 1 TB | Pro: 128 / 256 / 512 GB / 1 TB Pro XL: 256 / 512 GB / 1 TB |
| Betriebssystem | Android 17 | Android 16 bei Markteinführung, aktualisierbar auf Android 17 |
| Unterstützung für 5G-Netze | ✓ | ✓ |
| Schutzart | IP68 | IP68 |
| Akku | 4 850 mAh / 5 115 mAh | 4 870 mAh / 5 200 mAh |
| Laden per Adapter / kabelloses Laden: 30 W / 25 W 45 W / 25 W |
Laden per Adapter / kabelloses Laden: 30 W / 15 W 45 W / 25 W |
|
| Abmessungen | 152,7 × 71,9 × 8,4 mm 162,7 × 76,5 × 8,5 mm |
152,8 × 72 × 8,5 mm 162,8 × 76,6 × 8,5 mm |
| Gewicht | 204 / 226 g | 207 / 232 g |
| Lieferumfang | USB-C-Kabel, Werkzeug zum Entfernen der SIM-Karte | USB-C-Kabel, Werkzeug zum Entfernen der SIM-Karte |
| Preis | ab 1.199 € / 1.389 €* | ab 799 € / 999 €* |
Google Pixel 11 Pro und 11 Pro XL ändern das bewährte Rezept nicht grundlegend, die einzelnen Verbesserungen können sich in der Praxis jedoch bemerkbar machen. Die Displays sind heller und kratzfester, beide Modelle unterstützen nun kabelloses Laden mit 25 W und die Kameras versprechen einen schnelleren Nachtmodus sowie eine bessere Vergrößerungsqualität. Eine interessante Ergänzung ist zudem die HiLight-Signalisierung. Das kleinere Pixel 11 Pro bietet dabei dieselbe Leistung und praktisch identische Kameras wie das größere XL, sodass die wichtigsten Unterschiede in der Displaygröße, der Akkukapazität und der Geschwindigkeit des kabelgebundenen Ladens liegen. Wie deutlich die Fortschritte bei Leistung, Akkulaufzeit und Fotoqualität ausfallen, wird erst ein ausführlicher Test zeigen.
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