Das Projekt OLPC ist interessant, da es sowohl an die Hardware als auch an die Software originell und mutig heranging. Als Steve Jobs von dem Projekt erfuhr, bot er an, die Lizenz für MacOS kostenlos bereitzustellen – jedoch lehnte Negroponte dies ab, da er beschlossen hatte, dass das gesamte System Open Source sein sollte, was Apple nicht erfüllen konnte. Das Bestreben, das gesamte System und die Anwendungen als Open Source zu halten, kostete das Projekt schließlich viele weitere potenzielle Partner.
Die logische Wahl war also Linux, insbesondere Gnome, das optional gestartet werden konnte. Die Grundumgebung stellte jedoch die Erweiterung Sugar dar. Sie bot kein klassisches Betriebssystem, sondern eine Umgebung zur Ausführung von „Aktivitäten“ (Activities), die in einem Tagebuch gespeichert wurden und so die Aktivitäten des Kindes dokumentierten.
Das gesamte System basierte auf der Programmiersprache Python – und da es Open Source war, konnte der Quellcode jeder Aktivität in Python angezeigt werden. Ziel war es, das System transparent zu machen und gleichzeitig talentierten Kindern die Möglichkeit zu geben, in den Quellcode einzusehen. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass dies in großem Maßstab hilfreich war.
Das System wurde so entworfen, dass es mit minimalen Ressourcen funktionierte und ein Umschalten in den Tablet-/Lese-Modus ermöglichte. In diesem Modus klappte das transreflektive Display nach hinten und diente hauptsächlich als Lesegerät mit sehr geringem Energieverbrauch. Auch die Möglichkeit, ein Dynamo für den Einsatz in Ländern mit begrenztem Zugang zu Elektrizität zu integrieren, wurde in Betracht gezogen. Dieser Plan wurde jedoch aufgrund mechanischer Probleme und Herausforderungen im Design des Computers nicht umgesetzt. Ein Hand-Dynamo und Solarpaneele zum Aufladen während des Tages wurden als separate Zubehörteile entwickelt.
Die Konstruktion des Computers war kostengünstig, aber durchdacht. Die klappbaren „Ohren“ sperrten nicht nur den Bildschirm, sondern enthielten auch Wi-Fi-Antennen, die im aufgeklappten Zustand einen besseren Empfang hatten. Im geschlossenen Zustand schützten sie zudem die Audioanschlüsse und USB-Ports. Nach dem Umklappen des Bildschirms konnte dieser wieder arretiert und der Computer in ein E-Book-Lesegerät umgewandelt werden. Dank des passiven transreflektiven Displays wies der Computer in diesem Modus einen außergewöhnlich niedrigen Energieverbrauch und eine lange Akkulaufzeit auf.
Große Aufmerksamkeit wurde auch auf die Robustheit des Computers gelegt, der aus Kunststoffen gefertigt, aber so konstruiert wurde, dass er im geschlossenen Zustand auch alltägliche Stürze übersteht. Der Bildschirm war stoßgedämpft montiert, um seine Überlebenschancen bei einem Aufprall zu erhöhen. Die Designer statteten den Computer mit einer gummierten Membrantastatur aus, die Schutz vor Verschütten bot. Trotz des niedrigen Preises bemühten sich die Konstrukteure, das Gerät so widerstandsfähig wie möglich zu machen.