Der verletzlichste Teil einer Uhr, ob klassisch oder smart, ist zweifellos ihr Zifferblatt. Deshalb ist es ratsam, sich bei der Auswahl einer neuen (Smart-)Uhr ein wenig Gedanken darüber zu machen, welche Art von Schutzglas Ihre Favoriten verwenden. Es gibt eine Vielzahl von Uhrengläsern auf dem Markt, die jeweils unterschiedliche Merkmale haben und für unterschiedliche Verwendungszwecke geeignet sind. Welches wird für Sie am besten geeignet sein?

Man könnte sagen, dass dies die einfachste und meist auch günstigste Art des Zifferblattschutzes ist. Kunststoffgläser haben eine geringe Härte und können daher leicht zerkratzt werden. Selbst bei sanfter Anwendung ist es sehr wahrscheinlich, dass sie mit der Zeit haarfeine Kratzer entwickeln. Sie können sogar die Ablesbarkeit des Zifferblatts selbst beeinträchtigen. Allerdings hat jede Medaille zwei Seiten und das ist auch hier nicht anders. Der Hauptvorteil von Kunststoffgläsern ist ihre Rissbeständigkeit. Dies liegt an ihrer geringen Härte, da Kunststoff die Aufprallenergie besser absorbieren kann. Wenn außerdem der Kunststoffschutz des Zifferblatts rissig oder komplett zerbrochen ist, bilden sich nicht wie bei klassischem Glas kleine scharfe Stücke.
Nicht zuletzt ist Kunststoff auch leichter als Mineral- oder Saphirglas. Alles in allem sind Kunststoffgläser ein geeigneter Schutz für die Zifferblätter beispielsweise von Kinderuhren. Hier ist eine kürzere Lebensdauer zu erwarten, eine höhere Bruchsicherheit bei gleichzeitig geringerem Gewicht ist durchaus gegeben. Darüber hinaus verwenden einige Hersteller beispielsweise bei günstigeren Sportuhren Kunststoffgläser. Suunto beispielsweise setzt bei seinen Uhren der unteren Preisklasse auf Gläser aus Polyamid, die etwas kratzfester sind als normales Plastik.
Bei klassischen Uhren ist dies wohl die am häufigsten verwendete Schutzglasart, aber auch bei Smartwatches hat es seine Anwendung gefunden. In der Regel handelt es sich dabei um Gläser mit hohem Siliziumanteil – auch Mineralgläser können gehärtet werden. Davon hängt dann ihre Kratzfestigkeit ab. Auf der Mohs-Härteskala reichen sie von Stufe 6 bis Stufe 7 – bei Smartwatches trifft man jedoch am häufigsten auf Gläser der Stufe 6. Diese Gläser können beispielsweise durch ungeschickten Kontakt mit Schlüsseln oder Nägeln zerkratzt werden.
Im Rahmen von Smartwatches handelt es sich um eine weit verbreitete Kategorie von Schutzgläsern. Sie bestehen in der Regel aus klassischem Glas, auf dessen Oberfläche eine gehärtete Schicht gebildet wird. Dies geschieht durch den Ionenaustausch beim Eintauchen des Glases in ein Salzbad bei hohen Temperaturen (normalerweise 300 bis 400 °C). Dabei werden die Glasionen durch Salzionen ersetzt und es entsteht die begehrte gehärtete Oberfläche. Das Glas mit dieser Modifikation bietet dann eine hohe Kratzfestigkeit und hervorragende optische Eigenschaften bei sehr geringer Dicke. Selbst mikroskopisch kleine Kratzer erhöhen die Gefahr, dass das Glas bei einem Sturz oder Aufprall zerbricht. Chemisch gehärtetes Glas eignet sich somit hervorragend als Displayschutz nicht nur für Smartphones und Uhren. Sie erreichen zwar nicht die gleiche Härte wie Saphirgläser, halten Stößen aber besser stand. Auf der Mohs-Skala liegen diese Gläser je nach Typ zwischen 7 und 8 Grad.
Es gibt mehrere Hersteller von sogenanntem chemisch gehärtetem Glas auf dem Markt, der bekannteste ist jedoch zweifellos das amerikanische Unternehmen Corning und sein Gorilla Glass. Vor allem durch den massenhaften Einsatz in Smartphones hat es weltweite Popularität erlangt, aber auch in Smartwatches stößt man häufig auf sie. Corning Gorilla Glass 3 wird am häufigsten in günstigeren Smartwatches verwendet, häufig sind sie auch in Smartphones zu finden. Teurere Smartwatch-Modelle können dann Gorilla Glass DX / DX+ bieten. Diese werden auch häufig zum Schutz von Kameraobjektiven eingesetzt und bieten im Vergleich zu Gorilla Glass eine geringere Reflektivität und damit eine bessere Lesbarkeit des Displays in der Sonne. Die „Plus“-Variante bietet dann einen noch höheren Schutz vor Kratzern und erreicht Grad 8 auf der Mohs-Skala.
Es wäre nicht Apple, wenn es nicht eine eigene Lösung zum Schutz des Displays seiner Smartwatches finden würde. Unter dem Marketingnamen Ion-X verbirgt sich eine weitere Variante von chemisch gehärtetem Glas. Seit 2015 sind Ion-X-Gläser auf günstigeren Apple Watch-Modellen zu finden, während teurere Modelle mit Edelstahlgehäuse automatisch über ein Saphirglas verfügen. Die Merkmale dieser Glasart sind vergleichbar mit Gorilla-Glas.
Eine weitere, diesmal etwas speziellere Art von chemisch gehärtetem Glas ist Power Glass, das zur Abwechslung nur bei Garmin-Uhren mit Solaraufladung zu finden ist. Auch hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften kann Power Glass dem Vergleich mit Corning Gorilla Glass standhalten. Allerdings hat der Hersteller in diesem Fall verstärkt auf eine Minimierung der Blendung und eine möglichst hohe Transmission des Glases geachtet. Damit möglichst viel Sonnenlicht auf das Solarpanel unter dem Display gelangt.
Schutzgläser aus synthetischem Saphir bieten den höchsten Schutz vor Kratzern. Das bedeutet, dass es in der Praxis nahezu unmöglich ist, diese Gläser zu zerkratzen – dafür braucht man mindestens einen Diamanten. Denn selbst auf der Mohs-Skala erreichen Saphirgläser den Grad 9 von 10. Erinnern Sie sich, wie wir etwas über die beiden Seiten einer Münze mit Plastikgläsern geschrieben haben? Auch hier gilt das Sprichwort: Die Saphirgläser sind zwar sehr kratzfest, vertragen aber Stöße nicht besonders gut und zerbrechen leichter. Ein weiterer Nachteil dieser Lösung ist, wie zu erwarten, der relativ hohe Preis. Bei einer Uhr mit größerem Zifferblattdurchmesser kann dieser durchaus über 80 EUR betragen. Sehr oft müssen Saphirgläser aufgrund ihres natürlichen hohen Reflexionsvermögens mit einer Antireflexionsbehandlung ausgestattet werden.
Zur Bestimmung der Härte (nicht nur) der Schutzgläser von Zifferblättern wird die von Carl Friedrich Christian Mohs zusammengestellte Skala verwendet, die ursprünglich zur Bestimmung der Härte von Mineralien diente. Diese Skala basiert auf der Annahme, dass härteres Material Spuren in weicherem Material hinterlässt.
| Grad | Mineral | Glas |
|---|---|---|
| 1 |
Talk
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| 2 |
Gips
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| 3 |
Kalzit
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| 4 |
Fluorit
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| 5 |
Apatit
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| 6 |
Feldspat
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Mineralglas |
| 7 |
Quarz
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chemisch gehärtet
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| 8 |
Topas
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Gorilla-Glas DX+
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| 9 |
Korund
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Saphirglas |
| 10 |
Diamant
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