Ende 2025, kurz vor Weihnachten, kam noch eine neue und interessante Kamera auf den Markt, und zwar die spiegellose Retro-Kamera Fujifilm X-T30 III. Wie der Name schon sagt, handelt es sich bereits um die dritte Generation dieser beliebten Kamera, die sich nicht nur durch ihr nach wie vor sehr beliebtes Retro-Design auszeichnet, sondern auch in Bezug auf den Gesamtumfang der Funktionen und die Bildqualität viel zu bieten hat. Deshalb habe ich sie für meine nächste übliche Nutzerbewertung ausgewählt.
Das Erste, was an der neuen Fujifilm X-T30 III auffällt, ist die Tatsache, dass die Produktfotos in diesem Fall täuschen und die Kamera in Wirklichkeit viel kleiner ist, als es auf den Bildern den Anschein hat – und zwar wirklich um einiges. Damit kommen wir gleich zu Beginn zu einer der wesentlichen Eigenschaften, die für den einen ein bedeutender Pluspunkt sein kann, für den anderen hingegen ein einschränkender Nachteil. Wenn Sie eher kleinere Hände und zierlichere Finger haben und aus Platzgründen eine möglichst kleine Kamera benötigen, werden Sie begeistert sein. Wenn Sie jedoch eher größere Hände haben, kann sich die Situation leicht umkehren und die Kamera kann für Sie zu klein und die Bedienung schwieriger sein. Dies ist jedoch so individuell, dass jeder selbst ausprobieren muss, ob sie für ihn geeignet ist.
Das Design ist bei der Fujifilm traditionell sehr gelungen und der Retro-Stil wird so weit wie möglich umgesetzt, wie es bei einer modernen spiegellosen Kamera möglich ist. Außerdem ist sie nicht nur schön, sondern auch durchdacht funktional und ergonomisch ausgereift. Die hervorstehenden Griffe an der Vorder- und Rückseite ermöglichen auch mit größeren Händen einen sehr guten und sicheren Halt, selbst wenn Sie die Kamera nur mit einer Hand halten. Hinzu kommt der Schalter direkt am Auslöser, sodass der grundlegende Griff und die Einschaltgeschwindigkeit auch in actionreicheren Situationen sehr schnelle Reaktionen ermöglichen.
Auf dem wirklich kleinen Kameragehäuse ist alles Wichtige untergebracht, also der vordere und hintere Roller, ein super platzierter separater Drehregler für die Belichtungskorrektur und ein klassischer manueller Wahlschalter für die Belichtungszeiten. Auf der gegenüberliegenden Seite der Oberseite befindet sich ein weiterer Drehknopf zur Auswahl der Farbmodi, die die Farbwiedergabe der bekanntesten klassischen Kinofilme simulieren. Wenn ich wirklich pingelig sein wollte, würde ich vielleicht nur hinzufügen, dass bei einigen Drehknöpfen eine Arretierung oder zumindest ein etwas festerer Lauf angebracht wäre.
Eine etwas größere Einschränkung hätte ich vielleicht nur bei den beiden Rollern, die zwar eine großartige Funktion haben, da man sie nicht nur drehen, sondern auch wie einen Knopf drücken kann und sie beim Drücken eine weitere einstellbare Funktion haben. Das ist eine wirklich großartige Lösung, mit der man mehrere Einstellungen mit einem einzigen Rad steuern kann, aber in diesem Fall hat es auch einen kleinen Nachteil – das Drücken geht unnötig leicht, sodass es mir manchmal passiert ist, dass ich das Rad versehentlich gedrückt und etwas anderes gesteuert habe, als ich ursprünglich wollte. Aber das ist wiederum eher individuell und wer kleinere und empfindlichere Finger hat, wird damit wahrscheinlich kein Problem haben.
Was die Bedienung angeht, ist noch das LCD-Panel zu erwähnen, das klappbar ist, was für manche ein Vorteil sein kann, andere hingegen stört. Der Vorteil ist eine schnellere Handhabung und eine festere Befestigung, der Nachteil ist, dass man das LCD nicht nach vorne drehen kann, um Selfies zu machen, oder es zum Schutz unter anspruchsvolleren Bedingungen, bei denen man nur den Sucher verwendet, zur Kamera hin klappen kann. Schließlich ist da noch die allgemeine Widerstandsfähigkeit, wobei der Hersteller keine Angaben zur Feuchtigkeits- und Staubbeständigkeit macht, aber andererseits ist die Gesamtkonstruktion so solide, dass sie sicherlich auch gelegentlicher anspruchsvoller Nutzung standhält.
| Parameter | Fujifilm X-T30 III | Nikon Z50 II |
|---|---|---|
| Erfassungs-Chip | APS-C (X-Trans CMOS 4), 26 Mpx | APS-C (DX), CMOS 21 Mpx |
| Bajonett | Fujifilm X | Nikon Z |
| Seitenverhältnis | 3 : 2 | 3 : 2 |
| ISO-Empfindlichkeitsbereich | ISO 160–12 800 (ISO 80–51 200) | ISO 100–51 200 (ISO 100–204 800) |
| Stabilisierung am Chip | ✕ | ✕ |
| Automatischer Fokus | 425 Punkte | 231 Punkte |
| Verschluss | 1/4 000 (1/32 000) s | 30–1/4 000 s |
| Aufnahmegeschwindigkeit im Serienmodus | bis zu 30 fps | 30 fps |
| LCD Monitor | Touchscreen 3“ (7,5 cm) / ca. 1,62 Mpx | Touchscreen 3,2“ (8 cm) / ca. 1 Mpx |
| Sucher | OLED / 2,36 Mpx | OLED / 2,36 Mpx |
| Video | 6,2K – 30p / 4K – 60p / Full HD – 240p | 4K – 60p / Full HD – 120p |
| Kabellose Schnittstelle | Wi-Fi + Bluetooth | Wi-Fi + Bluetooth |
| Kabelgebundene Schnittstelle | USB-C, HDMI, Mic. | USB-C, HDMI, Mic., Kopfhörer, Fernsteuerung |
| Speicherkarten | 1× SD/SDHC/SDXC | 1× SD/SDHC/SDXC |
| Akku | LI-Ion 1 260 mAh / 425 foto | Li-Ion Nikon EN-EL25 1 280 mAh |
| Eingebauter Blitz | ✓ | ✓ |
| Witterungsbeständigkeit | ✕ | ✕ |
| Farbausführung | schwarz / silber / grau | schwarz |
| Abmessungen | cca 118 x 83 x 47 mm | cca 127 × 97 × 67 mm |
| Gehäuse-Gewicht | ca. 378 g (inklusive Akku und Speicherkarte) | ca. 550 g (inklusive Akku und Speicherkarte) |
| Preise am 31. 12. 2025 | ab 950 EUR | ab 970 EUR |
Die Grundlage der dritten Generation der Fujifilm X-T30 III Kamera bildet ein APS-C-Sensor vom Typ X-Trans CMOS 4 mit einer Auflösung von 26 Megapixeln. Der Chip verfügt leider nicht über eine eigene mechanische Stabilisierung, ist jedoch mit einem automatischen Reinigungssystem ausgestattet. In Zusammenarbeit mit dem Bildprozessor kann er Videos mit bis zu 6,2K/30p oder 4K/60p bzw. im klassischen Full HD/240 p für die Erstellung von Zeitlupenaufnahmen verarbeiten. Das gesamte System unterstützt ein sehr fortschrittliches Autofokussystem mit Deep-Learning-Technologie, das nicht nur Gesichter von Menschen, sondern auch von Tieren (Säugetiere, Vögel und Insekten) erkennen kann, einschließlich der Fokussierung auf die Augen oder das nähere Auge. Es kann aber auch verschiedene Verkehrsmittel wie Autos, Motorräder, Züge oder Fahrräder, aber auch Flugzeuge und Drohnen erkennen. Bei realen Aufnahmen im Freien funktionierte der Autofokus wirklich hervorragend, selbst bei sich schnell bewegenden Objekten. Der Autofokus gehört somit zu den Hauptvorteilen dieser Kamera, auch für Fotografen, die actionreichere Szenen und Objekte aufnehmen. Als Bonus ist er auch bei schlechten Lichtverhältnissen sehr empfindlich – er fokussiert bereits ab einem Wert von -7 EV.
Entscheidend ist natürlich auch die Qualität der Fotos (die auf einer SD/SDHC/SDXC-Karte gespeichert werden), und ich muss sagen, dass die Ergebnisse wirklich hervorragend sind, für das APS-C-Format manchmal sogar überraschend gut. Die Fotos zeichnen sich durch einen großen Dynamikumfang und geringes Rauschen auch bei hohen ISO-Empfindlichkeiten aus, bei denen zudem die Farbigkeit und ein minimaler Verlust an Bilddetails erhalten bleiben. In der Praxis müssen Sie also keine Angst haben, bei Bedarf eine sehr hohe ISO-Empfindlichkeit zu wählen (siehe Beispielfotos). Wenn Sie gerne mit der Farbwiedergabe experimentieren, steht Ihnen auch eine Simulation der Farbwiedergabe klassischer Fujifilm-Filme zur Verfügung, für deren Einstellung es sogar einen separaten Drehknopf gibt.
Von den weiteren Funktionen möchte ich beispielsweise erwähnen, dass die Kamera zwar keine eigene klassische mechanische Bildstabilisierung hat, aber bei Videos eine recht gut funktionierende elektronische Stabilisierung ermöglicht. Für Anfänger kann auch der Vollautomatikmodus mit separatem Regler nützlich sein, der sich in Situationen als praktisch erweisen kann, in denen eine schnellere Reaktion erforderlich ist und der angehende Fotograf nicht weiter weiß. Erwähnenswert ist auch die interessante Funktion des klassischen integrierten Pop-up-Blitzes. In den letzten Jahren haben immer weniger Kameras einen solchen Blitz, sodass er fast schon zu einer Seltenheit geworden ist. Meiner Meinung nach ist das schade, denn wer gelernt hat, ihn richtig einzusetzen, wird mir sicherlich zustimmen, dass er noch lange kein Relikt aus vergangenen Zeiten ist, sondern im Gegenteil immer noch ein nützliches Hilfsmittel – beispielsweise zum Aufhellen von Schatten in kontrastreichen Szenen usw.
Die Fujifilm X-T30 III verwendet einen bewährten Li-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 1260 mAh, der laut Herstellerangaben für etwa 425 Fotos ausreichen sollte. Er wird klassisch über einen USB-C-Anschluss direkt in der Kamera aufgeladen (z. B. mit einem handelsüblichen Handy-Ladegerät). Die Lebensdauer von 425 Fotos ist ordentlich, und vor allem kann ich dies aus praktischer Erfahrung bestätigen. Ich würde sogar sagen, dass sie bei sachgemäßer Handhabung sogar noch länger hält.
Für eine Kamera dieses Typs ist natürlich auch die Wahl eines geeigneten Basisobjektivs für den täglichen Gebrauch entscheidend. In diesem Fall würde ich auf jeden Fall das Fujinon XC 13-33mm f/3,5-6,3 OIS Objektiv empfehlen, das zusammen mit der Kamera in einem preisgünstigen Set erhältlich sein wird. Der Brennweitenbereich dieses Zoomobjektivs ist ungewöhnlich weitwinklig (entspricht 20–50 mm) und damit für die meisten Fotografen die ideale Basis für diese Kamera. Es ist ebenso wie die Kamera sehr klein, leicht, optisch insgesamt hochwertig und verfügt sogar über eine eigene Bildstabilisierung. Zusammen bilden sie ein unerwartet kleines und leichtes Set, das jedoch mit seiner Qualität auch anspruchsvolleren Anwendern gerecht wird. Darüber hinaus können Sie natürlich das komplette Angebot an Originalobjektiven und Alternativobjektiven nutzen.
Selbstverständlich ist heute eine vollständige Konnektivität, sowohl kabelgebunden als auch kabellos. Die Fujifilm X-T30 III Kamera ist sowohl mit Wi-Fi (802.11n), als auch mit Bluetooth (5.2 LE) für die kabellose Verbindung mit Ihrem Smart-Gerät ausgestattet. Über USB-C-, HDMI- und klassische Klinkenanschlüsse können Sie weitere Geräte anschließen, insbesondere ein externes Mikrofon für Videoaufnahmen. Auch ein klassischer Blitzschuh für die Verwendung eines externen Systemblitzes ist vorhanden, insbesondere für Fälle, in denen die Leistung des eingebauten Blitzes nicht ausreicht.
Derzeit (12/2025) ist die Fujifilm X-T30 III für 960 EUR als Gehäuse allein oder für 1.080 EUR im Vorteilsset mit dem Fujinon XC 13-33 mm f/3,5-6,3 OIS Objektiv erhältlich, was meiner Meinung und Empfehlung nach die ideale Kombination ist. Sie können dabei aus drei Farbvarianten wählen, von klassischem Schwarz über traditionelles Silber bis hin zum modernen Farbton Charcoal (Dunkelgrau). Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut, denn für den Preis erhalten Sie eine hochwertige Kamera, die sich nicht nur durch ein großartiges Retro-Design auszeichnet, das zudem auch noch hervorragend funktioniert, sondern auch mit modernster Technologie ausgestattet ist. Sie zeichnet sich durch eine hervorragende Bildqualität (für das APS-C-Format ungewöhnlich), ein schnelles, absolut präzises und zuverlässiges Autofokussystem aus, das beim Fotografieren und beim Filmen gleichermaßen zuverlässig ist. Darüber hinaus ist die Kamera mit zahlreichen Funktionen ausgestattet, darunter ein integrierter Blitz und ein automatisches Reinigungssystem für den Sensor.
Wenn ich abschließend noch einige Mängel erwähnen soll, könnte man vielleicht das Fehlen einer integrierten Stabilisierung direkt auf dem Chip bemängeln, was jedoch zumindest teilweise durch den Preis gerechtfertigt ist. Das Gleiche gilt für die Wetterbeständigkeit, zu der sich der Hersteller sicherheitshalber nicht äußert. Selfie-Liebhaber könnte es stören, dass sich der LCD-Monitor nicht nach vorne drehen lässt. Zur Sicherheit möchte ich noch erwähnen, dass die insgesamt geringen Abmessungen und das geringe Gewicht ein großer Vorteil dieser Kamera sind, jedoch nur für Benutzer mit kleinen oder mittelgroßen Händen – für Fotografen mit großen Händen könnten die Abmessungen hingegen unzureichend sein, trotz der ansonsten buchstäblich hervorragenden Ergonomie.
Fujifilm X-T30 III
SystemkamerasDie Fujifilm X-T30 III ist eine Kamera, die genau auf Nutzer zugeschnitten ist, die maximale Bildqualität, Geschwindigkeit und moderne Funktionen in einem möglichst kompakten Design suchen. Sie bietet erstklassige Fotoergebnisse, einen äußerst zuverlässigen und schnellen Autofokus auf der Grundlage von Deep Learning, solide Videofunktionen und die traditionell gelungene Farbwiedergabe von Fujifilm, die nicht nur Fotografen, sondern auch Videokünstler zu schätzen wissen. All dies ist in einem stilvollen, aber gleichzeitig funktionalen Retro-Gehäuse mit durchdachter Bedienung untergebracht. Allerdings muss man auch mit gewissen Kompromissen rechnen. Das Fehlen einer Bildstabilisierung, ein nicht drehbares Display und die fehlende offizielle Wetterfestigkeit können für einen Teil der Nutzer einschränkend sein, ebenso wie die sehr kompakten Abmessungen für Fotografen mit größeren Händen. Wenn Sie diese Aspekte jedoch nicht stören, erhalten Sie eine Kamera mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis, die sowohl für alltägliche Aufnahmen als auch für anspruchsvollere Projekte voll und ganz geeignet ist.
Vorteile
Nachteile
Michal Kupsa
Michal Kupsa was born in Brno in 1970. He began photography when he was 15 years old and started with journalism three years later. He has collaborated with a number of prestigious Czech and foreign media companies including Czech Television, Czech Radio, National Geographic, the US National Library, iDNES, People in Need and most Czech magazines about photography. Now, he mainly focuses on travel articles, photographic reviews, and photography courses.